„Göttingen in deiner Sprache“

Führungen von Migranten für Migranten: Freiraumprojekt ist trotz Lockdowns erfolgreich

Von links: Ali Husseini Salem und Murteza Husseini Salem (Iran), Sipra Maiti (Indien) und Ahmed Al Hamdani (Jemen) dabei. Das Projekt wurde von Natascha Wellmann-Rizo geleitet.
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Freiraumprojekt des KAZ: Bei „Göttingen in deiner Sprache” waren (von links) Ali Husseini Salem und Murteza Husseini Salem (Iran), Sipra Maiti (Indien) und Ahmed Al Hamdani (Jemen) dabei. Das Projekt wurde von Natascha Wellmann-Rizo geleitet.

Seit zehn Monaten läuft das KAZ-Freiraumprojekt „Göttingen in deiner Sprache“ (GidS). Dabei stellten Migranten Göttingen in ihrer Landessprache vor.

Göttingen – „Es ist beachtenswert, dass es der Gruppe gelang, durch zwei Lockdowns ihre Motivation aufrecht zu erhalten und trotz aller Hindernisse das Projekt vor Jahresende erfolgreich zum Abschuss zu bringen“, lobt Anne Moldenhauer, Leiterin des Kultur- und Aktionszentrums KAZ, das Durchhaltevermögen der Projektteil-nehmenden.

Die Teilnehmer kommen aus fünf verschiedenen Ländern, sprechen verschiedene Sprachen und haben in Göttingen ein neues Zuhause gefunden. Damit auch andere Zugewanderte sich daheim fühlen, möchten sie ihnen Göttingen und seine Geschichte näherbringen – und zwar in ihrer Sprache oder in einfachem Deutsch.

Das Besondere ist, dass jeder, der an einer GidS-Stadtführung teilnimmt, auch selbst ehrenamtlicher Stadtführer im Projekt werden kann. Dafür hat sich die GidS-Gruppe im Rahmen des KAZ-Freiraumprojekts, das von der Stadt Göttingen gefördert wird, intensiv mit der Stadtgeschichte beschäftigt, an Stadtführungen der Göttinger Gästeführer teilgenommen und eine eigene Route entwickelt. Als Ergebnis liegt eine Arbeitshilfe in einfachem Deutsch und in vier weiteren Sprachen vor: Arabisch, Bengali, Persisch und Russisch.

Die Tour verbindet Geschichtliches mit praktischen Tipps, die für Migranten und Geflüchtete besonders relevant sind. So wird bei der St.-Johannis-Kirche auf das internationale Frauenfrühstück im Gemeindehaus hingewiesen, in der Gotmarstraße die Deutschstunde in der Stadtbibliothek erwähnt und am Wilhelmsplatz über die Studienberatung für Geflüchtete im Rahmen des Gasthörerprogramms der Universität informiert.

Die Stadtführung endet dort, wo die GidS-Projektidee entstanden ist – im Migrationszentrum für Stadt und Landkreis Göttingen, einer Einrichtung des Diakonieverbands des Ev.-luth. Kirchenkreises Göttingen. Dort, im Projekt „Ich kann helfen – Teilhabe durch Ehrenamt“ wird die freiwillige Initiative auch nach Abschluss des Freiraumprojekts koordiniert.

„Die nächsten Stadtführungen können wir leider erst nach der Lockerung der Kontakteinschränkungen anbieten“, sagt Ahmad Al Hamdani aus dem Jemen, Ideengeber und Teilnehmer des Projekts.

Wer als freiwilliger Stadtführer im Projekt mitmachen oder die Tour in die eigene Sprache übersetzen möchte, kann sich auch jetzt schon an das Migrationszentrum unter Tel. 05 51/89 99 30 25 oder per E-Mail an
n-wellmann@migrationszentrum-goettingen.de wenden. (Carolin Eberth)

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