Bilanz der Silvesternacht

Fünf Platzverweise, gut 20 Verfahren: Polizei spricht von „ruhigem Jahreswechsel“ in Stadt und Landkreis Göttingen

Der Jonaplatz im Göttinger Stadtteil Grone: Dort wurden in der Neujahrsnacht Beamte offenbar mit Feuerwerkskörpern beworfen.
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Der Jonaplatz im Göttinger Stadtteil Grone: Dort wurden in der Neujahrsnacht Beamte offenbar mit Feuerwerkskörpern beworfen. (Archivfoto)

Nur relativ wenige Einsätze: Die Göttinger Polizei spricht von einem „vergleichsweise ruhigen Jahreswechsel“. Das gilt besonders für das Kreisgebiet. Es gab kaum Meldungen über Verstöße gegen die angeordneten Feuerwerksverbote in den einzelnen Bereichen.

Göttingen – Ein Mann musste nach der Explosion eines selbst gebastelten Feuerwerkskörpers stationär aufgenommen werden.

Zu tun hatten die Beamten vor allem in Göttingen. Dort hatten sich in der Silvesternacht gegen 0.30 Uhr etwa 120 Menschen auf dem Wilhelmsplatz getroffen und dabei zum Teil die bestehenden Abstandsregeln nicht eingehalten. Deshalb musste die Polizei die Betroffenen kontrollieren und auf die Regeln aufmerksam machen. Nach der Ansprache wurden aber die Regeln aber befolgt, sagte eine Polizeisprecherin am Neujahrstag. Gegen 2.30 Uhr hielten sich nur noch etwa 70 Personen auf dem Wilhelmsplatz auf. Laut Polizei wurden in den übrigen Bereichen der Innenstadt und des Walls die geltenden Regeln weitgehend eingehalten.

Einen weiteren Einsatz gab es gegen 1 Uhr auf dem Jonaplatz im Göttinger Stadtteil Grone-Süd. Dort wurden aus einer Gruppe heraus möglicherweise Feuerwerkskörper auf Beamte geworfen. Verletzt wurde dabei niemand. Als die Beamten eingriffen, zerstreuten sich die Mitglieder der Gruppe. Die Ermittlungen in diesem Fall dauern noch an. Im Bereich des Jonaplatzes besteht ohnehin ein Feuerwerksverbot, weil sich dort eine Kirche befindet. Vor einigen Jahren hatte es an dieser Stelle bereits größere Verstöße gegen das Feuerwerkverbot gegeben. Seitdem wird dieser Bereich immer zum Jahreswechsel besonders überwacht.

Insgesamt sprachen die Polizeibeamten 330 Menschen direkt an (Gefährderansprachen). In 13 Fällen mussten sie die Identität feststellen und in fünf Fällen Platzverweise erteilen. Die Beamten leiteten 23 „Ordnungswidrigkeitenverfahren“ wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz ein. In einem Fall läuft jetzt ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz.

Das Evangelische Krankenhaus in Weende meldete zwischen Mitternacht und 2 Uhr drei männliche und eine weibliche Patientin. Der schlimmste Fall betrifft einen jungen Mann, der ein Explosionstrauma erlitt – offenbar durch einen selbst gebastelten Feuerwerkskörper. Neben den Verletzungen durch die Explosion brach er sich zudem den Unterarm. Er musste stationär aufgenommen werden.

Ein junger Mann und eine junge Frau waren unabhängig voneinander mit einem Glas in der Hand gestürzt und hatten Schnittverletzungen davongetragen. Beide wurden ambulant behandelt. Ein Mann mittleren Alters musste mit einer Alkoholvergiftung medizinisch behandelt werden. (Bernd Schlegel/Stefan Rampfel)

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