Fünfter Geburtstag: Wenn Vereine Kinder kriegen

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Musiker mit Sinn für Geschichte: Verein „Lebendige Antike und Göttinger Kammerorchester“ in der Gipsabdrucksammlung der Uni. Von links: Natalia Kundirenko, Joanna Kielar-Zachlod, Yeji Kim und Initiatior Johann-Sebastian Sommer.

Göttingen. Vor fünf Jahren ist der Verein „Lebendige Antike und Göttinger Kammerorchester“ entstanden, der eine interessante Geschichte hat.

Mehr als 2000 Jahre liegt die Zeit der griechischen und römischen Hochkultur zurück. „Aber noch immer ist die Antike in unserem Leben gegenwärtig“, sagt Johann-Sebastian Sommer.

Der Cellist beim Göttinger Symphonieorchester hat aus Neigung zur Kammermusik 1992 das Göttinger Kammerorchester gegründet. Aus seiner Schulzeit in Ludwigshafen stamme die Idee, erzählt der Wahl-Göttinger Sommer. Ihn faszinierte der Gedanke, Antike und Musik miteinander zu verbinden.

Sein früherer Griechischlehrer brachte zu Sommers Schulzeit die Carmina Burana auf die Bühne. Die ganze Schule sei dabei gewesen. Außerdem habe der Lehrer einen Verein zur „Lebendigen Antike“ ins Leben gerufen.

„Dieser Verein hat ein Kind bekommen“, findet Sommer ein passendes Bild für seine Gründung. Denn als er einen Schwerpunkt für sein Orchester suchte, damit es sich von der Vielzahl der musikalischen Ensembles unterscheide, entschied Sommer sich für den Vorläufer aus Ludwigshafen.

Vor fünf Jahren hat dann der Verein Göttinger Kammerorchester´das Thema „Lebendige Antike“ in seinen Namen aufgenommen, um sich der Bedeutung dieses Themas in der Musik wie in anderen Bereichen zu widmen.

Als Beispiel für Musik zum Thema nennt Sommer das Weihnachtskonzert von Arcangelo Corelli oder die Händel-Oper „Julius Cäsar“. Doch es gebe auch Konzerte ohne Antike, setzt Sommer den Befürchtungen entgegen, dass das Musikrepertoire durch den Titel eingeschränkt werde. So werde ein Konzert 2017 Komponisten aus der Ukraine gewidmet.

Und es gibt nicht allein ein bis fünf Konzerte im Jahr, sondern auch Ausflüge in die Antike: In diesem Sommer veranstaltet der Verein seine erste dreitägige Fahrt: Vom 24. bis 27. Juli will er das antike Trier kennenlernen. Anfang März hat er einen Besuch in der Sammlung der Gipsabgüsse der Uni unternommen.

Rund 100 Menschen möchte Sommer im Verein versammeln. Mit zusätzlichem Geld aus Mitgliedsbeiträgen sei es leichter, Veranstaltungen zu planen.

Bei aktuell 20 Zugehörigen ist er noch weit von seinem Ziel entfernt. Und doch: „Die Aktivitäten haben zugenommen.“ (zul)

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