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Für Theater und Orchester: Stadt Göttingen will mehr Geld vom Land

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Von: Bernd Schlegel

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Das Deutsche Theater: Die Stadt Göttingen und andere Kommunen wollen erreichen, dass das Land mehr Geld für die kommunalen Theater in Niedersachsen zur Verfügung stellt.
Das Deutsche Theater: Die Stadt Göttingen und andere Kommunen wollen erreichen, dass das Land mehr Geld für die kommunalen Theater in Niedersachsen zur Verfügung stellt. (Symbolbild) © Swen Pförtner/dpa

Die Stadt Göttingen will von der Landesregierung in Hannover mehr Geld – für das Theater und das Symphonieorchester. Die Verhandlungen dazu laufen.

Göttingen – Oberbürgermeisterin Petra Broistedt fordert vom Land Niedersachsen, dass die Tarifsteigerungen bei den Beschäftigten das Deutschen Theaters und des Göttinger Symphonieorchesters künftig wieder anteilig mitfinanziert werden.

Das machte die Göttinger SPD-Kommunalpolitikerin als Verhandlungsführerin für zahlreiche andere Städte in Niedersachsen bei einem Gespräch mit Kultusminister Björn Thümler (CDU) deutlich. Eine weitere Forderung Göttigens und anderer Städte an das Land ist ein Investitionsförderprogramm, um dem Sanierungsstau bei den Kultureinrichtungen zu begegnen. Beispiel: Das Deutsche Theater muss dringend saniert werden. Der Investitionsbedarf liegt bei 55 Millionen Euro.

Weiter geht es um ein Sonderprogramm zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach der Pandemie sowie die Anhebung des Sockelbetrags der Landesförderung um jährlich drei Millionen Euro für alle Theater und Orchester, um den entgangenen Landesanteil an den Tarifsteigerungen zu kompensieren. Bei dem Gespräch vertrat sie auch die Interessen der anderen kommunalen Theater in Osnabrück, Hildesheim, Lüneburg, Celle und Wilhelmshaven.

Das Deutsche Theater und das Göttinger Symphonie Orchester finanzieren sich durch den Ticketverkauf und auch mit Zuschüssen des Landes Niedersachsen sowie der Stadt und des Landkreises Göttingen. Seit einigen Jahren zieht sich das Land allerdings aus seiner Verantwortung für kommunale Theater und Orchester zurück, so Broistedt. So übernimmt das Land bei Staatstheatern die Tarifsteigerungen, bei kommunalen Theatern jedoch seit 2020 nicht mehr. Das widerspricht laut Broistedt dem Grundsatz „gleiches Geld für gleiche Arbeit“ und nimmt somit prekäre Arbeitsverhältnisse bei den kommunalen Theatern billigend in Kauf, so die Verwaltungschefin.

Für das Göttinger Symphonie Orchester benötigt die Stadt ebenfalls mehr Unterstützung.
Für das Göttinger Symphonie Orchester benötigt die Stadt ebenfalls mehr Unterstützung. © Archiv/Hubert Jelinek/nh

Im Gespräch habe Kulturminister Thümler erstmals signalisiert, dem Wunsch nach einer Aufstockung des Sockelbetrages und einer pauschalen jährlichen Steigerung der Landesförderung entgegenkommen zu wollen, heißt es. Ausgehandelt werden müsse dies nach der Landtagswahl, so der Minister. Darüber hinaus habe Thümler noch für 2022 ein Förderprogramm angekündigt, dass kommunale Theater nach der Pandemie dabei unterstützt, den Spielbetrieb wiederaufzunehmen. Es solle einmalig mit acht Millionen Euro ausgestattet werden.

Petra Broistedt (SPD)
Petra Broistedt (SPD), Oberbürgermeisterin von Göttingen © privat/nh

Oberbürgermeisterin Broistedt sieht das als ein gutes Zeichen. Sie betont: „Jetzt gilt es, die Landtagsfraktionen im Wahlkampf daran zu messen, ob sie sich für eine auskömmliche Finanzierung der kommunalen Theater und Orchester nach der Wahl einsetzen. Das werden wir laut, kreativ und nachdrücklich tun.“

Die finanziellen Herausforderungen für die Theater steigen laut Broistedt kontinuierlich an, etwa im Bereich der Energie- und Materialkosten, vor allem aber beim Personal. Aber auch der Fachkräftemangel und die Auswirkungen der Pandemie belasten laut der Verwaltungschefin die Theater und Kommunen gleichermaßen. Darüber hinaus gibt es beim Deutschen Theater und anderen Theatern im Land zudem den erheblichen Sanierungsstau. „Dies können die Kommunen nicht allein bewältigen. Das Land müsse sich seiner Verantwortung stellen“, so Broistedt. (Bernd Schlegel)

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