Göttingen

Für Überfall auf Seniorin in Göttingen: Höhere Haftstrafe für einschlägig vorbestraften 25-Jährigen

Amts- und Landgericht Göttingen: Eingang am Maschmühlenweg nahe der Innenstadt. Zu sehen ist auch der Vorplatz mit einer Grasfläche.
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Amts- und Landgericht Göttingen: Eingang am Maschmühlenweg nahe der Innenstadt.

Weil der Bundesgerichtshof das erste Urteil aufgehoben hatte, musste ein 25-Jähriger für den Überfall auf eine Seniorin erneut vor Gericht. Nun fiel das Urteil.

Göttingen – Ein bereits mehrfach einschlägig vorbestrafter 25-jähriger Angeklagter soll wegen eines Raubüberfalls auf eine 83-jährige Frau in Göttingen für sieben Jahre ins Gefängnis. Das hat am Freitag, 2. Juli, das Landgericht Göttingen entschieden.

Die Kammer verhängte damit im zweiten Prozessanlauf eine deutlich höhere Haftstrafe, als die Richter der ursprünglich mit dem Fall befassten Strafkammer ausgeurteilt hatten. In dem ersten Prozess war der Angeklagte im Februar 2020 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden.

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte dieses Urteil auf die Revision der Staatsanwaltschaft aufgehoben und den Fall zur erneuten Verhandlung an das Landgericht zurückverwiesen.

Prozess nach Raubüberfall auf Seniorin in Göttingen: Strafkammer kam zu neuer Bewertung

In dem ersten Prozess hatten die Richter die Tat nur als einfachen Raub gewertet. Sie begründeten dies unter anderem damit, dass es bei früheren Handtaschenrauben nur zu leichten Verletzungen des Opfers gekommen sei und sich dem Angeklagten derart schwerwiegende Folgen nicht von vornherein hätten aufdringen müssen.

Vorsitzender Richter Tobias Jakubetz

Dieser Argumentation vermochte der Bundesgerichtshof indes nicht zu folgen. Die Richter hätten in dem ersten Urteil wesentliche Umstände des Falles außer Betracht gelassen, rügte der 6. Strafsenat. In dem neuen Prozess kam die diesmal zuständige 1. große Strafkammer denn auch zu einer neuen Bewertung.

Prozess nach Raubüberfall auf Seniorin in Göttingen: „Letztendlich war es Ihnen egal, was mit ihr passiert.“

Sie stufte den Überfall als besonders schweren Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ein. Der Angeklagte habe billigend in Kauf genommen, dass die 83-jährige Frau bei dem Versuch, ihre Handtasche zu rauben, schwere Verletzungen erleiden könnte. „Letztendlich war es Ihnen egal, was mit ihr passiert“, sagte der Vorsitzende Richter Tobias Jakubetz.

Mit seinem Urteil blieb das Gericht nur knapp unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage, die jeweils eine Haftstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten gefordert hatten. Die Verteidigung hatte dagegen auf eine Freiheitsstrafe von nicht mehr als fünf Jahren plädiert. (Heidi Niemann)

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