Fußfessel-Prozess: Bundesgerichtshof bestätigt harte Strafen

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Elektronische Fußfessel: Einer der beiden Verurteilten trug ein solches Gerät. Es brachte die Polizei auf die richtige Spur.

Göttingen/Hann. Münden. Im Verfahren um das erste Gewaltverbrechen in Niedersachsen, das mit Hilfe einer elektronischen Fußfessel aufgeklärt wurde, hat der Bundesgerichtshof jetzt die vom Landgericht Göttingen verhängten hohen Haftstrafen bestätigt.

Der 5. Strafsenat wies die Revisionen der bereits mehrfach vorbestraften Angeklagten als unbegründet zurück. Damit ist das Urteil vom Juli vergangenen Jahres rechtskräftig geworden.

Das Landgericht hatte den jetzt 34-jährigen Hauptangeklagten, der im Januar 2014 eine 72-jährige Rentnerin in Hann. Münden in ihrer Wohnung überfallen und lebensgefährlich verletzt hatte, zu zehn Jahren Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und schweren Raubes verurteilt. Außerdem ordnete das Gericht die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt und Sicherungsverwahrung an.

Der 33-jährige Mitangeklagte, der zur Tatzeit unter Führungsaufsicht stand und eine Fußfessel trug, wurde wegen Diebstahls in einem besonders schweren Fall und Verstößen gegen Weisungen der Führungsaufsicht zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er hatte den 33-Jährigen zum Tatort gefahren und wieder abgeholt. Zuvor hatte er diesem erzählt, dass die Rentnerin in ihrer Wohnung 30 000 Euro aufbewahre.

Um in die Wohnung zu gelangen, hatte sich der 33-Jährige als Telekom-Mitarbeiter ausgegeben, der eine Störung in der Telefonanlage beheben müsse. Dort strangulierte er die Rentnerin mit einem Telefonkabel und würgte sie so lange, bis er dachte, dass sie tot sei. Die Rentnerin erlitt lebensgefährliche Verletzungen, an deren Folgen sie bis heute leidet. Die Polizei war den Angeklagten mit Hilfe der von der Fußfessel übertragenen Daten auf die Spur gekommen. (pid)

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