Gabriele Immen: Göttinger Landgericht bekommt erste Präsidentin

Willkommen in Göttingen: Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Mitte) begrüßte die neue Landgerichts-Präsidentin Gabriele Immen und verabschiedete ihren Vorgänger Hans-Georg Haase in den Ruhestand. Foto: nh

Göttingen. Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat am Montag Gabriele Immen als neue Präsidentin des Landgerichts Göttingen in ihr Amt eingeführt.

Die 56-jährige Juristin aus Hannover zeichne sich durch außerordentliche Einsatzbereitschaft, vorzügliche Fachkenntnisse, herausragende kommunikative Fähigkeiten und großes Einfühlungsvermögen aus, sagte die Ministerin bei der Feierstunde in der Aula der Universität Göttingen.

Gabriele Immen hatte bereits Anfang Oktober die Nachfolge des vorherigen Landgerichtspräsidenten Hans-Georg Haase angetreten. Davor war sie zuletzt als Leitende Ministerialrätin im Niedersächsischen Justizministerium tätig gewesen. Sie ist nach 13 männlichen Amtsvorgängern die erste Frau an der Spitze des Landgerichts Göttingen.

Niewisch-Lennartz würdigte insbesondere Immens Einsatz für die Reform des Sexualstrafrechts. Immen sei der Motor des Gesetzgebungsvorhabens „Nein heißt Nein!“ gewesen, sagte die Ministerin. Die im Juli vom Bundestag beschlossene Gesetzesänderung, die jede nicht einvernehmliche sexuelle Handlung unter Strafe stelle, sei ein „Erfolg unserer gemeinsamen Arbeit“.

Die neue Landgerichtspräsidentin beherrsche nicht nur „meisterhaft die Klaviatur des Prozessrechts“, sondern sei auch eine „vorbildliche Mediatorin“ und mache „alles mit Herzblut“. Immen war in ihrer bisherigen Laufbahn unter anderem am Amtsgericht Neustadt am Rübenberge, an der Niedersächsischen Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Hildesheim sowie am Landgericht Hannover tätig gewesen.

Ihr Amtsvorgänger Hans-Georg Haase war Ende Juli in den Ruhestand getreten, er hatte seit 2010 an der Spitze des Landgerichts gestanden. Haase habe der Justiz in 36 Jahren „vorbildlich gedient“, sagte Ministerin Niewisch-Lennartz. Der 66-Jährige habe das Landgericht „glänzend geleitet“ und es in besonderem Maße verstanden, bei der Umsetzung von Neuerungen die Interessen der Beschäftigten einzubeziehen. Als Beispiel nannte sie die neu eingeführten Sicherheitsvorkehrungen und Einlasskontrollen am Gericht.

Für Haase schloss sich mit der Feierstunde in der Aula ein Kreis: Vor 44 Jahren habe er sich in dieser Aula zum Studium der Rechtswissenschaften eingeschrieben, sagte er. Eigentlich habe er Amtsrichter werden wollen, stattdessen sei es dann eine „sehr bewegte Dienstzeit“ geworden. (pid)

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