Gänseliesel-Revue in der Johannis-Kirche

Markanter Bau: In der Göttinger Johannis-Kirche wird die Revue „Wo, bitte, geht’s zum Gänseliesel“ im September und Oktober aufgeführt. Foto: Kopietz

Göttingen. Verdammt viel passiert ist in den vergangenen 125 Jahren in Göttingen. Eine Musik-Theater-Revue bringt Ereignisse auf eine besondere Bühne. 

Mitten im Schiff der Johanniskirche wird ab 18. September die Revue „Wo bitte geht’s zum Gänseliesel“ zu sehen sein.

125 Jahre gibt es den Verein Göttingen Tourismus. „Wir wollten im Jubiläumsjahr ein Theaterstück dazu auf die Bühne zu bringen“, sagt Geschäftsführerin Angelika Daamen. Also trug sie der Theatergruppe „Stille Hunde“ den Plan vor. Ergebnis: Stefan Dehler und Christoph Huber waren sofort dabei.

Mittlerweile ist das Skript fertig, die Rollen sind verteilt, und aus dem Theaterstück ist eine opulente Revue geworden. Mit der Wahl für die Johannis-Kirche als Bühnenort, war für Huber klar: „Dann gehört auch die Musik dazu. Hier gibt es einen tollen Organisten und eine starke Kantorei.“ Bernd Eberhardt und die Sänger mussten nicht überredet werden. Mehr als 100 Menschen werden beteiligt sein.

Dem Pastor von St. Johannis, Gerhard Schridde, passt all das wunderbar ins Konzept. Denn die Gemeinde will ihre Kirche nicht nur sanieren, sondern auch als offenen Raum präsentieren, für die Menschen und auch für die Kultur. „Es ist eine Kirche mitten in der Stadt, und das ist der Weg, den wir gehen wollen.“ Eine neue Route schlagen auch die Göttinger Stadtwerke ein: Sie fördern die Revue. „Aus Überzeugung“, wie Claudia Weitemeyer sagt. Das Unternehmen wolle mehr Göttingen-Typisches unterstützen: „Ich glaube auch, dass es der Kirche gut tut, sich zu öffnen, auch, um jüngere Menschen zu gewinnen.“ So wird die Musik-Theater-Revue auch Jüngeren etwas bieten, wie Maja Müller-Bula, Stefan Dehler und Christoph Huber bei einer Kostprobe zeigten. Sie agieren mit viel Wortwitz. Dazu kommt das Orgelspiel Eberhards, der zur Probe Teile der ersten, bei den Göttinger Festspielen aufgeführten, Händel-Oper „Rodelinda“ spielte. Dazu wird es auch Songs von Barbara und den Comedian Harmonists geben. „Mehr wird nicht verraten“, sagt Eberhardt.

„Uns ging es darum, die Entwicklungen in der Stadt mit denen im Tourismus zusammenzubringen“, sagt Dehler. Oft ginge das sowieso miteinander einher: Früh wollte Göttingen auf den Zug des Tagungstourismus aufspringen, und fährt auch heute gut damit. Tourismus und Stadtentwicklung sind für Angelika Daamen untrennbar verbunden. Deutlich werde das auch in der Fotoausstellung, im Neuen Rathaus.

Thema in der Revue sind auch die Eigenarten der Menschen: die Skepsis gegenüber Neuerungen und den Fremden, die womöglich „sogar aus Braunschweig und Hannover kommen könnten“, fürchteten die Göttinger früher.

Den roter Faden aber bildet eine Frau, die berühmteste Göttingerin: das bezaubernde Stadtsymbol Gänseliesel und die oft gestellte Frage: „Wo, bitte geht’s zum Gänseliesel?“

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