Schule und Stadt wollen Kooperationsverträge mit Bildungsträgern abschließen

Ganztagsschulen: Stadt Göttingen will Betreuung verbessern

Erteilte Parallelangeboten eine Absage: Schuldezernent Siegfried Lieske bei der Vorstellung des neuen Ganztags-Betreuungskonzeptes der Stadt Göttingen im Ratssaal. Foto: Dittrich

Göttingen. Betreuung bis 17 Uhr, nur 20 Kinder für zwei Betreuer - das neue Ganztags-Betreuungskonzept der Stadt Göttingen stellt hohe Ansprüche, sorgt aber auch für viel Unsicherheit.

Schuldezernent Siegfried Lieske stellte die Veränderungen vor. Wird das Konzept so verabschiedet, wären ab August die Grundschulen für die Ganztagsbetreuung verantwortlich. „Wir wollen, dass die Schulen mit den Bildungsträgern direkt verhandeln. Wir wollen alles aus einem Guss“, sagte Lieske am Montag bei der Vorstellung des Konzeptes im Rathaus vor Lehrern, Erziehern und Eltern.

Das neue Konzept sieht vor, dass Schule und Stadt mit Bildungsträgern Kooperationsverträge abschließen. Damit ist die Schule für die Betreuung der Grundschüler nach dem Unterricht bis 15.30 Uhr verantwortlich. „Wir hoffen sogar auf eine außerschulische Betreuung bis 17 Uhr“, erklärte Lieske.

Das sorgte für Verunsicherung bei Erziehern und Betreuern, die Lieske danach mit Fragen löcherten - vor allem über die Zukunft der bisherigen Angebote. Die Albanischule kooperiert beispielsweise mit dem Verein Kinderhaus und bietet eine Ganztagsbetreuung im Hort der Kirchengemeinde an.

Einem Parallelangebot - also einer Betreuung wahlweise in der Schule oder einem Hort - erteilte Lieske eine Absage: „Das können wir uns als Stadt nicht leisten.“ Inhaltlich gleichwertige Angebote werde es nicht geben. Aber - und dabei bekam er Rückendeckung von Bürgermeisterin Helmi Behbehani - das bedeute nicht, dass solche Angebote „Knall auf Fall“ geschlossen würden. Zum einen könne die Schule vor Ort besser über das notwendige Angebot entscheiden, zum anderen versicherte Behbehani: „Wir werden sehr genau hingucken.“ Es soll individuell über die Kooperationen entschieden werden.

Das neue Konzept sei ein Angebot, betonte Lieske. Die Schulen seien nicht zur Umsetzung verpflichtet. Mit dem Budget, das die Stadt den Schulen zur Verfügung stellt, solle bewusst „gespielt werden.“ Susanne Stobbe, zweite Vorsitzende im Stadtelternrat, pochte dabei auf die Mitsprache der Schulgremien - beispielsweise dem Elternrat. Sie warnte vor einem Alleingang der Leitung - eine Befürchtung, die der Schuldezernent nicht teilte.

Das neue Betreuungskonzept sieht vor, dass Nachmittags im Schnitt 20 Kinder von zwei Erziehern oder Sozialassistenten betreut werden - bei älteren Kindern sah das alte Konzept eine Person für 26 Kinder vor. Die Stadt musste ihr Konzept anpassen, da das Land 2014 die Verordnung zur Ganztagsbetreuung geändert hatte. „Unser bisheriges Konzept passte nicht mehr zu dem neuen Erlass“, sagt Lieske.

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