Auftritt mit den Well-Brüdern

Gastspiel von Gerhard Polt: Heimspiel für Elch-Preisträger

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Auftritt in der Göttinger Stadthalle: Gerhard Polt (ganz rechts) und die Well-Brüder an den Alphörnern. 

Göttingen. Beifallsstürme gab es für den Auftritt des bayrischen Kabarettisten Gerhard Polt und die Well-Brüder in der Göttinger Stadthalle.

Sie bildeten mit ihrem Programm „Gehobene Unterhaltung mit humanitärem Beigeschmack“ den Abschluss der Veranstaltungsreihe „Spötterdämmerung“ anlässlich des 275. Geburtstages des genialen Göttinger Physikers und Aphoristikers Georg Christoph Lichtenberg (1742 bis 1799).

Die Künstler sind in der Uni-Stadt geschätzt. Gerhard Polts Wirken würdigte die Stadt im Jahr 2000 mit dem Satirepreis „Göttinger Elch“. Michael und Christoph Well erhielten die Auszeichnung 2008 als Mitglieder der „Biermösl Blosn“. Die Gruppe löste sich 2012 auf. Die beiden machten dann zusammen mit ihrem Bruder Karl Well weiter und touren zurzeit mit Gerhard Polt durch die Lande.

Trotz „Heimspiels“ bekam auch die Stadt Göttingen ihr Fett weg, beispielsweise als sie den im Bau befindlichen „Sparkassenpalast“ mit der Hamburger Elbphilharmonie verglichen: Sie sei „…a Dreck dagegen“.

Geschäfte beim Rauchen

Um mit dem Göttinger Oberbürgermeister Hans-Georg Köhler ein Geschäft zu machen, empfahlen sie, mit ihm vor dem Rathaus eine zu rauchen. Das Publikum in der ausverkauften Stadthalle war begeistert.

Große Politik

Die große Politik nahmen sie en passant aufs Korn. Aber auch das Landleben zwischen Kreisbrandmeister und neuem Feuerwehrgerätehaus mit Whirl-Pool war Zielscheibe wie auch der selbstverliebte Landrat, der sich bei seinen Deals mit dem Sparkassendirektor nie einer Schuld bewusst ist, da er doch immer nur das Wohl seiner Bürger im Auge hat.

Bei den kleinen und großen Alltäglichkeiten des Lebens hält Polt den Zuhörern den Spiegel vor. Das Älterwerden und Rentnerleben - Polt selbst zählt inzwischen 75 Jahre - machte er zu einer wunderbaren Nummer als Opa von Enkel Bubi, dem er seine Sicht von Demokratie zu vermitteln sucht. Zwischendurch nimmt er sich selbst auf die Schippe: „Ich rede manchmal so vor mich hin und hoffe, dass ein Gedanke Schritt halten kann, mit dem, was ich sage.“

Satirisch-musikalische Einlagen

Wunderbar die satirisch-musikalischen Einlagen der virtuosen Multiinstrumentalisten Christoph, Karl und Michael Well, die von Tuba über Harfe bis zum Alphorn fast ein kleines Orchester hätten ausstatten können. Zwei Zugaben mussten sein und ganz viel von dem „Geräusch“, das die Künstler so gerne hören, wie Polt anmerkte.

Von Hans-Peter Niesen

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