Ärztin war gestorben

Gasverpuffung vor zwei Jahren in Göttingen: Kein Fortschritt bei Ermittlungen

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Feuerwehr und Polizei: Vor zwei Jahren war beim Blutspendedienst der UMG in der Innenstadt zu einer Verpuffung gekommen. Eine Frau starb an den Folgen der Verbrennungen.

Göttingen. Zwei Jahre nach der für eine 55-jährige Ärztin tödlichen Gasverpuffung im Grotefend-Haus in der Göttinger Innenstadt, ist weiter ungeklärt, wer für den tödlichen Vorfall verantwortlich ist. Es gibt diesbezüglich keine Neuigkeiten.

„Die Ermittlungen dauern an“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick. Im Februar 2015 war es in einem Treppenaufgang zu einem Außenstandort des Göttinger Blutspendedienstes zu einer Verpuffung gekommen.

Eine 55-jährige Ärztin der Göttinger Universitätsmedizin hatte dabei schwerste Verbrennungen erlitten und war zehn Tage später verstorben. Ein 30-jähriger Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes erlitt ebenfalls schwere Brandverletzungen.

Nach dem Ergebnis der Ermittlungen sei davon auszugehen, dass ein Bruch der etwa 1,50 Meter unterhalb der Erdoberfläche liegenden öffentlichen Niederdruckgasleitung ursächlich für die Verpuffung war, sagte Buick. Das ausgetretene Gas sei durch das Erdreich in einen drei Meter entfernt liegenden Installationskanal gelangt und weiter über Schächte und Kanäle durch ein Leerrohr bis in das Treppenhaus des Gebäudes. Laut Ermittler wurde dieses Leerrohr, das der Aufnahme von Elektrokabeln diente, offenbar nicht fachgerecht verlegt. Entgegen der einschlägigen DIN-Norm sei es unterlassen worden, für eine gas- und wasserdichte Abdichtung zu sorgen. Dadurch habe das Gas in das Treppenhaus gelangen können, sagte Buick.

Als die Ärztin und der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes beim Betreten des Treppenhauses den Lichtschalter betätigten, hatte sich durch einen Funken das Gas entzündet, es kam zur Explosion – mit verheerenden Folgen für die beiden UMG-Mitarbeiter.

Die Ermittler gehen jetzt und noch immer der Frage nach, wer dafür verantwortlich ist, dass das Leerrohr vorschriftswidrig ohne eine Abdichtung verlegt und auch nach dem Einführen der Elektrokabel nicht gas- und wasserdicht verschlossen wurde.

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