Für viele Veranstalter geht es um die Existenz

Gebäude in Göttingen wurden am Montag in den späten Abendstunden rot angestrahlt 

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Gänseliesel und Altes Rathaus in rotem Licht: Bei der Night of Light wurde am Montag in den späten Abendstunden auch in Göttingen auf die Nöte der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam gemacht. 

Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht.

Durch die Aktion wurde mit der symbolischen „Alarmstufe rot“ auf die dramatische wirtschaftliche Lage der gesamten Branche aufmerksam gemacht. Denn: Viele Unternehmen können die kommenden 100 Tage möglicherweise nicht überleben. Ziel sei es, mit der Politik ins Gespräch darüber zu kommen, wie die milliardenschwere Veranstaltungswirtschaft vor einer massiven Insolvenzwelle gerettet werden kann und so bundesweit mehrere hunderttausend Arbeitsplätze gesichert werden können.

8000 Gebäude

Bundesweit bei der „Night of Light“ sind mehr als 8000 Unternehmen dabei, die Gebäude mit rotem Licht angestrahlt haben. In Göttingen und Umgebung flammte das rote Licht an etwa 25 Orten: Angestrahlt wurden unter anderem die Lokhalle, das Deutsche und das Junge Theater, das KAZ, das Apex, die Diskotheken Savoy, Exil, Alpenmax und EinsB, der kleine Ratskeller sowie die Musa.

Mit dabei: Cinemaxx und Lokhalle in Göttingen beteiligten sich ebenfalls an der Aktion. 

Hingucker

Ein besonderer Hingucker war das Alte Rathaus, das ebenfalls in knalligem rot erstrahlte. Nicht nur dort blieben viele Menschen stehen und zückten ihr Smartphone für ein Erinnerungsfoto. „Es ist schade, dass die Aktion an einem Montag und nicht am Wochenende stattfindet“, sagte ein Passant. „Dann wären vielleicht mehr Besucher gekommen.“

„Mit unserer Teilnahme wollen wir ein Zeichen setzen. Clubs und Kleinkunstbühnen können nicht öffnen. Wir sind gespannt, was der Herbst uns bringt“, machte Christoph Huber vom Apex Kultur Verein deutlich. Wichtig sei es, so Huber, dass Menschen bei Besuchen von Veranstaltungsorten nicht gefährdet werden.

„Die Veranstaltungsbranche war die erste, die von der Corona-Krise betroffen war. Und wir werden die letzte sein, die aus dieser Krise wieder herauskommen wird“, sagte Kai Ahlborn, stellvertretender Leiter des Veranstaltungsmanagements der Lokhalle, deren Front ebenfalls komplett in rot angeleuchtet wurde „Gleichzeitig soll die Aktion unsere Solidarität zu unseren unzähligen Partnern und Dienstleistern, von der Eventagentur über die Hotellerie und Gastronomie bis hin zu unseren Künstlerinnen- und Künstlern zum Ausdruck bringen.“

Behördliche Auflagen

Wegen der behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise sei seit Anfang März einem riesigen Wirtschaftszweig die Arbeitsgrundlage entzogen worden, so Ahlborn. Seitdem gebe es keinen Umsatz mehr. Ahlborn: „Die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen ist zurzeit unter den geltenden Restriktionen und notwendigen Hygieneregelungen nicht mehr möglich. Weggefallene Umsätze können anders als im produzierenden Gewerbe nicht mehr nachgeholt werden und drohen zu einer Pleitewelle enormen Ausmaßes zu werden.“

Schwierige Situation

Auch für die Diskothek Savoy ist die Krise eine schwierige Situation, macht Clubmanager Denis Eydner deutlich. „Ich glaube, erst wenn ein Impfstoff vorhanden ist, können wir wieder Besucher empfangen. Und zum Glück weiß auch unser Vermieter um die schwierige Lage und ist glücklicherweise sehr kulant.“ Auch bei der Diskothek Exil habe der Vermieter ein Einsehen, sagt Inhaberin Bea Roth. Aber: „Wir warten auf das zweite Konjunkturpaket. Wenn das nicht kommt, können wir alle dicht machen.“

Events wurden abgesagt

Eigentlich hatte für die Event und Technik Agentur Sander aus Friedland sieben Aufträge für das vergangene Wochenende, unter anderem in Göttingen, Braunschweig, Wolfsburg und Würzburg. Alle Events wurden wegen der Corona-Krise abgesagt. „Das sind Einnahmeausfälle allein an diesem Wochenende im fünfstelligen Bereich. Unsere laufenden Kosten dagegen lassen sich nicht einfach auf Null runterschrauben“, sagt Geschäftsführer Markus Sander.

In rotes Licht getaucht: Das Hotel Freigeist in Göttingen war bei der "Night of Light" dabei.

Deshalb wurde der Unternehmenssitz in Niedernjesa rot angestrahlt. Weiterhin realisierten das Unternehmen zusammen mit Partnern und Kunden die Illumination des Hotels Freigeist in Göttingen, der Burg Scharfenstein bei Leinefelde und des Congressparks Wolfsburg.

Unterstützung notwendig

Dana Rotter vom Verein Kreuzberg on Kultour fragt sich schon, wer nach der Krise noch da ist, denn bereits vor der Krise hat das Sterben der kleinen Clubs begonnen. „Wenn es jetzt keine Unterstützung gibt, dann haben wir eine Kulturwüste in Göttingen. Und das kann keiner wollen.“

"Night of Light": Gebäude in Göttingen wurden rot angestrahlt

Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
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Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel
Mit der bundesweiten Aktion „Night of Light“ machte die Veranstaltungswirtschaft auf ihre Nöte in Corona-Zeiten aufmerksam. Auch in Göttingen waren am Montag in den späten Abendstunden viele Gebäude in rotes Licht getaucht. © Stefan Rampfel

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