Andere seit Jahren im Unklaren

Gesellschaft für bedrohte Völker: Geduldete Flüchtlinge beachten

Kopf der Gesellschaft für bedrohte Völker: Tilmann Zülch.

Göttingen. Die drängenden Fragen bei der Versorgung der Kriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten dürfen nach Ansicht der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) nicht den Blick auf das Schicksal der schon länger in Deutschland geduldeten Flüchtlinge verstellen.

Politisch verfolgte Uiguren aus China, vor Folter und Mord geflüchtete Tschetschenen oder Roma aus dem Kosovo würden von deutschen Behörden seit Jahren über ihre Zukunft im Ungewissen gehalten, sagte Generalsekretär Tilman Zülch am Montag in Göttingen nach einer Mitgliederversammlung der Menschenrechtsorganisation.

Für diese geduldeten Flüchtlinge habe es keine Integrationskurse gegeben. Viele erhielten nur kurzfristige Duldungen, die sie in ständiger Angst vor Abschiebung hielten. „Auch diese Alt-Flüchtlinge brauchen unsere Solidarität und Hilfe“, erklärte die Mitgliederversammlung. Deshalb fordern wir auch für sie konkrete Integrationsangebote und ein Bleiberecht.“

Das gelte besonders für Flüchtlingskinder, die in Deutschland geboren wurden oder seit vielen Jahren hier aufgewachsen seien, sowie für ihre Familien.

Von der Bundesregierung erwarte die Gesellschaft für bedrohte Völker eine wirksame Bekämpfung der Fluchtursachen, hieß es. Es reiche nicht aus, Entwicklungshilfe zu verteilen oder Wirtschaftsbeziehungen zu verbessern. Stattdessen müsse endlich damit begonnen werden, seit langem schwelende Konflikte wie die Kurdenfrage im Nahen Osten politisch zu lösen.

Nötig sei es, mehr Druck auf die Türkei, um unverzüglich zum Friedensprozess mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK und anderen Kurdenorganisationen zurückzukehren, so der Tenor der Gesellschaft für bedrohte Völker, die ihren Sitz in Göttingen hat. (epd/tko)

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