Weitere Sperrzonen

Gefahr für Bienenvölker: Faulbrut weitet sich im Landkreis Göttingen aus

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Achtung Ansteckungsgefahr: Zum Schutz anderer Bienenvölker richtet der Landkreis Göttingen nach dem Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut im Göttinger Ortsteil Holtensen sowie in Reckershausen in der Gemeinde Friedland weitere Sperrzonen ein.

Göttingen/Friedland. Die Amerikanische Faulbrut breitet sich unter Bienen im Landkreis Göttingen weiter aus. 

Jetzt wurde die Tierseuche bei Bienenständen im Göttinger Ortsteil Holtensen sowie in Reckershausen in der Gemeinde Friedland festgestellt.

In den beiden Bereichen werden ab Donnerstag, 25. Januar, Sperrzonen eingerichtet. Auch in anderen Bereichen des Landkreises wurde die Tierkrankheit bereits festgestellt: Deshalb gibt es weitere Sperrzonen im Göttinger Ortsteil Weende, in Niedernjesa (Gemeinde Friedland) sowie in Volkerode, Settmarshausen und Olenhusen in der Gemeinde Rosdorf.

Bienenbrut ist betroffen

Die Tierseuche befällt ausschließlich die Brut von Honigbienen. Von den Bakterien befallene Brut stirbt und wird zersetzt. Zum Schutz anderer Bienenvölker richtet der Landkreis jeweils eine Sperrzone mit einem Radius von einem Kilometer um die befallenen Bienenbestände ein.

Was müssen betroffene Imker unternehmen? Jeder, der im Sperrbezirk Bienen hält, muss dies unverzüglich beim Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises unter der Rufnummer 0551/525-2493 melden. Alle Bienenvölker und Bienenstände im Sperrbezirk werden dann sofort vom Amtstierarzt auf Amerikanische Faulbrut untersucht. Bewegliche Bienenstände, die im Sperrbezirk stehen, dürfen nicht von ihrem Standort entfernt werden.

Auch Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften dürfen im Sperrgebiet nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Bienenvölker oder Bienen dürfen zudem nicht in den Sperrbezirk gebracht werden.

www.landkreisgoettingen.de

Hintergrund: Amerikanische Faulbrut

Die Amerikanische Faulbrut ist eine Erkrankung der Steckmaden (ältere Bienenbrut).

Der Erreger (Paenibacillus larvae larvae) befällt laut Online-Lexikon Wikipedia ausschließlich die Brut von Honigbienen. Sporen des Bakteriums sind sehr widerstandsfähig gegenüber hohen Temperaturen (bis zu 120 Grad Celsius) und nahezu unbegrenzt ansteckungsfähig (80 Jahre und länger).

Über kontaminierten Honig oder Waben gelangen die Sporen des Erregers in gesunde Bienenvölker, wo sie durch Körperkontakt oder Futteraustausch weiter verbreitet werden. In den Därmen der Larven keimt das Bakterium aus und vermehrt sich nach Verdeckelung der Zelle.

Die Steckmade zersetzt sich in der Folge vollständig. Je abgestorbener Larve sind bis zu 2,5 Milliarden Sporen nachweisbar. Durch Räuberei – zusammenbrechende Bienenvölker werden von anderen ausgeräubert – verbreitet sich die Amerikanische Faulbrut weiter.

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