Entsorgung wird etwa zwei Tage dauern

Gefahrgutunfall auf A7: Giftfässer sollen Ende Januar weg

Lagerung unter der Brücke: Voraussichtlich Ende Januar sollen die letzten Überreste des Gefahrgutunfalls verschwinden. Foto: bsc

Rosdorf. Voraussichtlich Ende Januar sollen die letzten Fässer mit Schädlingsbekämpfungsmittel des Gefahrgutunfalls auf der A7 bei Rosdorf verschwinden.

Derzeit lagern die letzten Fässer des Gefahrgutunfalls vom 19. Dezember unter einer Autobahnbrücke. Dr. Rainer Hartmann, Sachverständigen für Gefahrgutunfälle, machte erneut deutlich, dass von dem Zwischenlager keine Gefahr ausgeht. Das Schädlingsbekämpfungsmittel reagiert nach Angaben des Sachverständigen nur, wenn es mit Wasser beziehungsweise Feuchtigkeit in Berührung kommt. Außerdem wird das Gelände rund um die Uhr überwacht.

Das aufwändige Entsorgungskonzept wurde am Montag bei einer Pressekonferenz im Rathaus in Rosdorf vorgestellt. Voraussichtlich dauern die Arbeiten zwei Wochen. Die meiste Zeit wird für die Vorbereitungsarbeiten benötigt. So muss erst die notwendige Infrastruktur mit Wasser und Strom aufgebaut werden. Außerdem wird eine mobile Abluftanlage im Einsatz sein. Außerdem wird ein Regenschutz installiert.

Die Entsorgung wird dann nach Einschätzung von Experten der Firma Remondis in etwa zwei Tagen erledigt sein. Sicherheitsfachkraft Reinhard Preuschoff erläuterte, dass zunächst Überreste des Gefahrgutlastwagens mit einem Volumen von etwa fünf Kubikmetern, die ebenfalls dort lagern, entsorgt werden. Anschließend werden die sechs kaputten Fässer unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in Überfässer verpackt, damit sie zur Entsorgung transportiert werden können.

Außerdem lagern dort zwei bis drei Kubikmeter Sand, der mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel vermischt ist. Dieses Gemisch wird in Fünf-Liter-Eimer gefüllt, die in einer Spezialanlage in Bramsche entsorgt werden. Bevor es aber losgehen kann, muss noch das Okay der Versicherung vorliegen.

Für Rosdorfs Bürgermeister Sören Steinberg (SPD) ist bei der Beseitigung der letzten Überreste des Gefahrgutunfalls eines besonders wichtig: Sicherheit geht vor Tempo.

Das machte Steinberg am Montag bei einer Pressekonferenz deutlich. Deshalb gibt es regelmäßige Messungen an der Lagerstelle. Bislang liegt laut Steinberg noch kein Überblick über die Kosten des Einsatzes vor. Bei der Gemeinde seien erst wenige Rechnungen eingegangen. Auch eine Schätzung wollte der Verwaltungschef nicht abgeben.

Die Erste Kreisrätin Christel Wemheuer (Grüne) betonte, dass die Kreisverwaltung bei dem aktuellen Verfahren nicht den Hut aufhabe. Stattdessen helfe der Landrat bei der Koordinierung der verschiedenen Behörden, die nun bei der Entsorgung der Überreste des Gefahrgutunfalls zusammenspielen. „Wir reden hier nicht über Gefahrenabwehr“, sagte Wemheuer, bei der man ohne große Abstimmung handeln könne. In diesem Fall handele es sich um Sonderabfallentsorgung.

Gefahrgutunfall auf der A7 am Freitag

Unterdessen wurde bekannt, dass 45-jährige Lastwagenfahrer noch immer nicht vernehmungsfähig ist. Er wird in einer psychiatrischen Fachklinik in Schleswig-Holstein behandelt.

Laut Polizei scheidet ein technischer Defekt am Lastwagen als Ursache aus. Außerdem wurden bei der Auswertung des Fahrtenschreibers keine Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten festgestellt. Auch Alkohol am Steuer ist laut Polizei auszuschließen.

Bei dem Gefahrgutunfall am Freitag, 19. Dezember, war ein Mann ums Leben gekommen. Eine Frau erlitt schwere Verletzungen. Die Autobahn war bis Sonntag gesperrt. Die unbeschädigten Fässer mit dem Schädlingsbekämpfungsmittel waren vor Weihnachten abtransportiert worden.

Von Bernd Schlegel

Der Tag nach dem A7-Unfall: Bergungsarbeiten und Staus um Göttingen

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