Bündnis Mayors for Peace

Gegen Atomwaffen: Stadt Göttingen hisst die Friedens-Flagge

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Flagge für den Frieden: Göttingens Bürgermeisterin Helmi Bebehani setzt vor dem Neuen Rathaus ein Zeichen gegen Atomwaffen. Das Gebäude steht bezeichnenderweise am Hiroshimaplatz. 

Göttingen. Bis zum Sonntag weht die grün-weiße Friedens-Flagge vor dem Neuen Rathaus in Göttingen und ermahnt die Staaten der Welt, die Beseitigung von Atomwaffen voranzutreiben.

Die Uni-Stadt ist Teil des weltweiten Bündnisses Mayors for Peace – Bürgermeister für den Frieden.

„Wir setzen damit ein wichtiges Zeichen, gerade wenn in Hamburg der G 20-Gipfel mit den Atommächten stattfindet“, sagte Göttingens Bürgermeisterin Helmi Bebehani beim Hissen der Flagge am Hiroshimaplatz. Der ist bezeichnenderweise benannt nach der Hafenstadt im Südwesten Japans, die am 6. August 1945 zum ersten Opfer einer Atombombe wurde. „Gerade Göttingen hat die Themen Abrüstung und Frieden auf der Agenda“, sagte Bebehani.

Entsorgung belastet Umwelt

Nicht nur der Einsatz von Atomwaffen, auch die Drohung mit nuklearen Sprengsätzen sind nach einem Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs völkerrechtswidrig. Bebehani weist zudem darauf hin, dass selbst ohne Atomkrieg die Entsorgung der Waffen eine Bedrohung für nachfolgende Generationen darstelle – die Belastung für die Umwelt sei groß.

„Leider passiert derzeit das Gegenteil von Abrüstung“, sagte die Bürgermeisterin, auch mit Blick auf die Atomwaffen-Ambitionen von US-Präsident Donald Trump.

Flagge hissen, Flagge zeigen

Was kann das Hissen einer Flagge bewirken? „Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von uns, dass wir eine Meinung zu wichtigen Themen haben“, so die Bürgermeisterin, „und Flagge hissen bedeutet auch Flagge zeigen.“ Das sei eine wichtige Ebene der Meinungsbildung. „Ich bin überzeugt, dass die Leute das registrieren“, sagte Bebehani. Die Meinung in der Bevölkerung wirke sich wiederum auf die Haltung der Bundesregierung zu Atomwaffen aus.

Der weltweite Flaggentag des Bündnisses Mayors for Peace findet eigentlich am 8. Juli statt (siehe Hintergrund). In diesem Jahr starteten die Aktionen einen Tag früher – passend zum Ende der Verhandlungen von rund 130 Nichtnuklearstaaten über ein Atomwaffenverbot in New York. Deutschland hatte seine Teilnahme als NATO-Mitglied abgesagt.

Hintergrund: Weltweiter Flaggentag für den Frieden

Das internationale Bündnis Mayors for Peace wurde 1982 durch den Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Die Mitglieder veranstalten jährlich am 8. Juli einen Flaggentag. 

Das Datum erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag vom 8. Juli 1996, in dem der Einsatz von Atomwaffen oder die Androhung dessen als mit dem Kriegsvölkerrecht unvereinbar einstuft wird. 

Dem Netzwerk gehören weltweit über 7000 Städte und Gemeinden aus mehr als 160 Ländern an.

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