Im Visier der Strafverfolgung

Weil sie gegen Corona-Schutzimpfungen ist: Ärztin droht Entzug der Approbation

Staatsanwaltschaft Göttingen, Gebäude am Waageplatz im Spätherbst 2021.
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Staatsanwaltschaft Göttingen, Gebäude am Waageplatz im Spätherbst 2021.

Eine Ärztin aus Duderstadt ist in der Corona-Leugner-Szene aktiv und setzt sich gegen die Schutzimpfung ein. Nun droht ihr der Entzug der Approbation.

Duderstadt – Der Duderstädter Ärztin Carola Javid-Kistel droht nach eigenen Angaben wegen ihrer Aktivitäten gegen Schutzimpfungen und sonstige Corona-Maßnahmen das Ruhen und gegebenenfalls auch der Entzug der Approbation. Sie habe in dieser Woche ein Schreiben des Niedersächsischen Zweckverbandes zur Approbationserteilung erhalten, teilte die Betreiberin einer Privatarztpraxis für Homöopathie in einem Internet-Video mit.

Die 55-Jährige engagiert sich in der Corona-Leugner-Szene und tritt auch bei Demonstrationen als Rednerin auf. Vor eineinhalb Wochen bezeichnete sie auf einer Kundgebung in Fulda die Corona-Schutzimpfungen als „Giftspritzen“ und „größten Völkermord aller Zeiten“.

Der Zweckverband habe ihr in dem Schreiben eine Anhörungsfrist bis zum 15. Dezember eingeräumt. Sollte ihr die Approbation entzogen werden, werde sie dagegen klagen, kündigte Javid-Kistel an. Seitens des niedersächsischen Sozialministeriums gab es noch keine Bestätigung, dass ein berufsrechtliches Verfahren eingeleitet wurde.

Ärztin Corola Javid-Kistel: Sie soll falsche Impfunfähigkeitsbescheinigungen ausgestellt haben

Gegen die 55-Jährige ist auch ein strafrechtliches Verfahren anhängig. Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat zwei Anklagen wegen des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse gegen sie erhoben. Sie wirft ihr vor, als Ärztin zwei Impfunfähigkeitsbescheinigungen für zwei Kinder im Alter von einem Jahr und fünf Jahren ausgestellt zu haben. Inhalt: Die Kinder sollten strikt von allen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen oder geforderten Schutzimpfungen dauerhaft freigestellt werden, da das jeweilige Kind ohne Gefahr für sein Leben oder seine Gesundheit nicht geimpft werden könne und dürfe.

Auch wirft die Staatsanwaltschaft der Ärztin vor, zwischen April 2020 bis März 2021 insgesamt 16 jeweils gleich lautende Atteste zur Vorlage bei Polizei, Behörden oder Gesundheitsamt ausgestellt zu haben. Den Personen werde bescheinigt, dass diese aufgrund gesundheitlicher Probleme aus ärztlicher Sicht vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit seien. Laut Anklage soll die Ärztin gewusst haben, dass sämtliche Personen keine gesundheitlichen Einschränkungen hatten, die eine Befreiung von der Maskenpflicht rechtfertigen könnten.

Corona: Ärztin gerät ins Visier der Strafverfolgung

Die Ärztin war im Zusammenhang mit Demos von Corona-Leugnern in Hannover ins Visier der Strafverfolger geraten. Dort hatten Teilnehmer ein von ihrer Praxis ausgestelltes Attest vorgelegt, wonach sie aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestand der Verdacht, dass es sich um Blanko-Atteste handelte. Im Zuge der Ermittlungen wurden im Januar auch die Praxisräume der bekennenden Impfgegnerin durchsucht. Die Ärztin legte gegen die Durchsuchung Beschwerde ein, das Landgericht Göttingen wies diese aber als unbegründet zurück. (Heidi Niemann)

Derweil kommt die Uni Klinik in Göttingen an ihre Kapazitätsgrenzen. Aufgrund der steigenden Zahl von Covid-19-Patienten müssen wichtige Operationen verschoben werden.

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