Gegenwind für Hotelneubau an der Göttinger Lokhalle

Dicht dran: Das Intercity-Hotel in unmittelbarer Nähe der Göttinger Lokhalle (links). Der Investor des Hotels stellt sich gegen einen weiteren Hotel-Neubau in der Leineaue hinter der Lokhalle. Foto: Kopietz

Göttingen. Für den geplanten Hotelneubau in unmittelbarer Nähe der Lokhalle gibt es Gegenwind. Der Investor des InterCity-Hotels pocht darauf, dass kein weiterer Übernachtungsbetrieb gebaut wird. Die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (GWG) sieht den Fall anders.

Wörtlich heißt es in einem Vertrag der vor 19 Jahren geschlossen wurde: „Der Verkäufer [GWG] sichert zu, dass auf dem Bereich des Otto-Hahn-Zentrums kein weiteres öffentlich zugängliches Hotel angesiedelt wird...“ Ein entsprechender Brief ist jetzt im Auftrag des InterCity-Hotel-Investors von Rechtsanwalt André Kupfernagel von der Anwaltsgesellschaft Lampe Legal an die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung (GWG) gegangen.

„Unsere Mandantschaft hat sich auf den Erwerb des Grundstückes und die erhebliche Bauverpflichtung nur deshalb eingelassen, weil gleichzeitig seitens der GWG zugesagt worden ist, dass das Hotelangebot unserer Mandantschaft auf dem Lokhallen-Gelände einen Alleinstellungsanspruch erheben kann, also auch in Zukunft seitens der GWG keine weiteren Hotels auf diesem Gelände oder in unmittelbarer Nähe gebaut oder auch zum Bau durch einen Dritten zugelassen werden“, heißt es in dem Schreiben.

Umso erstaunter sei der InterCity-Hotel-Investor, dass der Verkauf eines Grundstücks für ein Hotel im Günstigpreis-Sektor unmittelbar bevorstehe. Es soll 144 Zimmer haben und von einem Investor aus Hannover gebaut werden. Damit liegt aus Sicht der Rechtsanwaltskanzlei ein Verstoß gegen den Vertrag von 1998 vor. „Das zu verkaufende Grundstück liegt unstreitig im Lokhallen-Bereich.“ Etwa 100 Meter vom InterCity-Hotel entfernt, rechnet die Göttinger Kanzlei vor. „Es ist sicherlich nachvollziehbar, dass der Hotelbetrieb unserer Mandantschaft durch ein weiteres Hotel in unmittelbarer Nähe zur Lokhalle erheblich leiden würde“, heißt es weiter. Außerdem kündigt der Rechtsanwalt an, dass notfalls alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft werden.

Aus Sicht von GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe hatte zieht das Schreiben des Anwalts nicht. „Das Areal für das neue Hotel liegt im Außenbereich und war nicht Teil des früheren Vertrages.“ Deshalb laufe das Hotelprojekt weiter.

Haufe hatte in der vergangenen Woche während der Sitzung des Göttinger Bauausschusses mit Nachdruck für den Hotelneubau geworden. Zusätzliche Hotelbetten werden insbesondere von Veranstaltern, die die die Lokhalle mieten, nachgefragt.

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