Geld für 200 neue Wohnheimplätze

Aktuelles Projekt: An der Theodor-Heuss-Straße in Göttingen entsteht derzeit ein Studenwohnhaus mit 96 Plätzen. An dieser Stelle stand vorher in die Jahre gekommenes Wohnheim. Derzeit warten über 2000 Studenten auf einen Platz. Foto: bsc

Göttingen. Voraussichtlich 200 Wohnheimplätze wird es in Göttingen geben. Die Landesregierung hat im aktuellen Haushalt fünf Millionen Euro bereit gestellt.

Sie sind als Anschubfinanzierung für ein Sonderprogramm „Studentisches Wohnen“ gedacht.

Nach Angaben der beiden SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Gabriele Andretta und Ronald Schminke könne das Studentenwerk damit den Neubau eines geplanten Wohnheims am Göttinger Nordcampus in Angriff nehmen. Aus dem neuen Programm, für das sich Andretta und Schminke eingesetzt hatten, sollen landesweit 600 Wohnheimplätze finanziert werden, davon allein 200 in Göttingen.

Zur Euphorie aber besteht ob der Zusage kein Anlass: „Wir wissen, dass 200 neue Wohnplätze nur ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Doch für Göttingen zählt jedes zusätzliche bezahlbare Dach über dem Kopf“, teilen die SPD-Abgeordneten mit.

„Zu wenig bezahlbarer Wohnraum für Studierende ist in Göttingen ein akutes Problem“, sagt Gabriele Andretta. Allein auf der Wohnheim-Warteliste des Göttinger Studentenwerkes stünden etwa 2100 Studierende. Ein Umstand, dem nicht tatenlos zugeschaut werden dürfe.

Die SPD-Politikerin erinnert daran, dass das Göttinger Studentenwerk gemeinsam mit der Stadt zuletzt ein Notbettenlager in der ehemaligen Voigtschule einrichten musste, um wohnungslosen Studierenden zumindest eine kurzfristige Übernachtungsmöglichkeit anbieten zu können.

Ronald Schminke weist auch auf die Probleme ausländischer und einkommensschwacher Studierender hin: Sie hätten es auf dem freien Markt besonders schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden. „Sie sind deshalb auf Wohnheime angewiesen.“

Die SPD-Landtagsabgeordneten gehen davon aus, dass nach Abschaffung der Studiengebühren der Ansturm auf die niedersächsischen Hochschulen weiter anhalten wird. Deshalb müssten dringend weiter bezahlbare Wohnungen gebaut werden.

Programm für Wohnheime

Es sei zudem ein großer politischer Fehler gewesen, über den Hochschulpakt zwar zusätzliche Studienplätze zu finanzieren, aber keinen einzigen Cent für die soziale Infrastruktur, also zusätzliche Wohnheimplätze und Mensen, vorzusehen. Deshalb müsse der Hochschulpakt dringend um ein Bund-Länder-Programm für zusätzliche Wohnheimplätze aufgestockt werden, so die SPD-Landtagsabgeordneten. (bsc/tko)

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