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Sexueller Missbrauch: Geldstrafe für Jesuitenpater

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Von: Heidi Niemann

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© picture alliance / dpa

Göttingen/Hildesheim. Knapp vier Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche hat das Kirchengericht des Erzbistums Berlin den früheren Jesuitenpater Peter R. wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt.

Der heute 72-Jährige, der unter anderem von 1982 bis 1989 als Jugendseelsorger bei den Jesuiten in Göttingen tätig war, müsse eine Geldstrafe von 4000 Euro an den Fonds für Missbrauchsopfer zahlen, erklärte eine Sprecherin des Erzbistums. Außerdem dürfe er das Priesteramt nicht mehr ausüben. Peter R. befindet sich allerdings bereits seit März 2003 im Ruhestand.

Das Kirchengericht verhandelte lediglich über einen Missbrauchsfall, der sich im Bereich Hildesheim abgespielt haben soll. Die übrigen Vorwürfe gegen den in Berlin lebenden Pater blieben dagegen unberücksichtigt.

Der 72-Jährige soll einer der mutmaßlichen Haupttäter der jahrelangen sexuellen Übergriffe auf Schüler am Canisius Kolleg in Berlin gewesen sein. Peter R. war dort als Religionslehrer tätig gewesen, ehe er 1982 in die Jesuiten-Niederlassung Göttingen versetzt wurde. Nachdem es auch hier Hinweise auf sexuelle Übergriffe gab, wurde er nach Hildesheim versetzt, wo es ebenfalls zu Übergriffen gekommen sein soll.

1993 informierte eine Mutter den damaligen Bischof Homeyer darüber, dass Peter R. ihre 14-jährige Tochter unsittlich berührt habe. Daraufhin wurde ihm die Jugendarbeit verboten, weitere Konsequenzen – etwa eine Strafanzeige – gab es nicht.

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1997 wurde er nach neuen Vorwürfen ins Dekanat Wolfsburg versetzt, später war er in Berlin und Hannover tätig. 2003 wurde er aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand versetzt.

Der Pater hatte die Vorwürfe stets bestritten. Gegen das kirchliche Urteil hat er keinen Widerspruch eingelegt. Er habe bereits die ersten Raten seiner Geldstrafe bezahlt, sagte die Bistumssprecherin. (pid)

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