Angeklagte hatte Hundebiss provoziert

Theologie-Student verurteilt: Geldstrafe wegen falscher Verdächtigung

Göttingen. Das Amtsgericht Göttingen hat einen 29-jährigen Theologiestudenten wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu je zehn Euro verurteilt.

Das Gericht sah es nach Angaben eines Sprechers als erwiesen an, dass der Angeklagte in einer Strafanzeige falsche Angaben gemacht hatte. Der Student hatte behauptet, dass eine Polizistin bei einer Demonstration ihren Hund in „völlig friedlicher“ Situation auf ihn gehetzt habe. Die Beweisaufnahme in der Verhandlung habe ergeben, dass diese Darstellung falsch gewesen sei. Der 29-Jährige sei vielmehr immer wieder auf die Beamtin zugegangen und habe den Hund provoziert.

Der 29-Jährige hatte im August 2013 in Göttingen an einer Demonstration gegen eine Wahlveranstaltung der so genannten „Bürgerbewegung pro Deutschland“ teilgenommen. Dabei war er zweimal von einem Polizeihund gebissen worden. Nachdem er eine Strafanzeige gegen die betreffende Hundeführerin erstattet hatte, wurde gegen die Beamtin ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt eingeleitet. Da sich der Verdacht nicht bestätigte, wurde das Verfahren eingestellt.

Stattdessen erhielt der Anzeigeerstatter einen Strafbefehl wegen falscher Verdächtigungen. Der 29-Jährige legte dagegen Einspruch ein, so dass sich das Amtsgericht in mündlicher Verhandlung mit dem Fall zu beschäftigen hatte. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass es keineswegs völlig friedlich zugegangen sei und der Angeklagte selbst den Hundebiss provoziert habe. (pid)

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