In den Ardenner Wald

Gelungene Premiere von Shakespeares „Wie es euch gefällt“ am Theater im OP

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Premiere von „Wie es euch gefällt“ im Theater im OP: (hinten von links) Erik Bosse als „Orlando de Boys“, Florian Hallaschka als „Herzog Senior“ und Orthey Stoll als „Jacques, Edelmann im Gefolge Herzog Senior“.

Viel Spaß hatte das Publikum bei der Premiere von Shakespeares „Wie es Euch gefällt“ im Theater im OP (ThOP). Immer häufiger gab es Zwischenapplaus, oft konnten sich die Zuschauer kaum halten vor Lachen.

Gelungen setzte das rund 30-köpfige Ensemble die unterhaltsame Komödie in Szene.

„Rettet den Ardenner Forst“ steht auf dem Plakat, wie mancher Aktivist im Hambacher Forst hat eine Frau sich festgebunden. So ist der Eingang zum ThOP für die Zuschauer versperrt. Erst als der Mann, mit dem sie streitet, sie losbindet und wegträgt, kann der Einlass ins Theater beginnen. Nicht in die Zuschauerreihen, sondern auf die Bühne werden die Besucher geleitet, als Bürger des von Streit geplagten Herzogtums erleben sie die Einführung in das Theaterstück von Shakespeare mit. So eingestimmt für das, was kommt, werden sie auf ihre Plätze geleitet.

Derart eingebunden erleben die Zuschauer die Komödie um die Bruderkriege mit. Frederick hat seinen Bruder Herzog Senior gestürzt, der hat im Wald von Arden Zuflucht gefunden. Auch die Töchter der beiden, Celia und Rosalinde, müssen nach einer Schonzeit fliehen. Wegen Erbstreitigkeiten geraten die Brüder Oliver und Orlando aneinander. Nach einem Ringkampf, aus dem Orlando unerwartet als Sieger hervorgeht, muss er sein Zuhause verlassen. Alle Vertriebenen treffen sich im Wald von Arden.

Weil die angesprochenen Themen zeitlos seien, hat Regisseur Ingo Pißowotzki die Inszenierung in die späten 1970er und frühen 1980er Jahre, mit dem Zitat auf den Hambacher Forst sogar bis in die Jetztzeit mitgenommen. Es gibt Schlaghosen und Hippie-Look, in seiner engen Latzhose mit kariertem Hemd würde Ganymed alias Rosalinde allerdings auch heutzutage mitgehen. In die Zeit passt auch die Musik, teils von den Beatles, die live und stimmungsvoll auf der Bühne gespielt wird.

Nicht ins Jetzt gezogen hat Pißowotzki die Sprache, an der die Darsteller doch immer wieder geringfügig zu knapsen haben. Doch mit der Spieldauer nimmt die Inszenierung an dem langen Theaterabend Fahrt auf. Immer eloquenter werden nicht nur Dominique Schlaak als Rosalinde und Yasemin Dittmann als Celia, sondern alle Darsteller aus dem großen Ensemble, die nicht alle namentlich genannt werden können. Wieder einmal hat sich das ThOP an eine Vorlage der Weltliteratur gewagt – und das Ergebnis ist gelungen.

Weitere Vorstellung am Dienstag und Mittwoch, 22. und 23. Januar, Tickets unter www.thop.uni-goettingen.de. Der Einlass zu dieser Vorstellung wird über den Eingang des Seminars für Deutsche Philologie, Käte-Hamburger-Straße 3, geleitet.  zul

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