Speed-Dating auf der Bühne

Gelungene ThOP-Premiere "Shoppen": Wie auf dem Paarungsbasar

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Premiere im Theater im OP: In dieser Szene von „Shoppen“ spielen Tina Kopp als „Katharina“ und Daniel Lang als „Falk“. 

Göttingen. Kann man beim Speed-Dating den richtigen Partner finden? Mit dieser Frage hat sich Ralf Westhoff in seinem Film „Shoppen“ beschäftigt, das Göttinger Theater im OP hat die Komödie auf die Bühne gebracht.

„Hallo, wir suchen die Liebe“, rufen fünf Männer und benennen damit zu Beginn das Thema. „Na, da habt ihr euch ja was vorgenommen“, ist die Replik der fünf Frauen, die sie treffen. Besser könnte man das, was kommt, kaum auf einen Nenner bringen.

Im Rennen gegen die Zeit – in je fünf Minuten – versuchen Menschen, die genug vom Single-Dasein haben, sich immer neu von ihrer besten Seite zu zeigen. Im Zeittakt treffen sie auf immer neue Partner und kommen mal besser und mal schlechter an. Mit ebenso wechselndem Erfolg gelingt es ihnen, ihre Wirkung auf ihr Gegenüber einzuschätzen.

Immer wieder schlägt das Absurde, Groteske dieser Kaufhaussituation in ihr Bewusstsein. „Ich fühl mich gerade so, als ob ich mich auf dem Grabbeltisch verramschen würde“, sagt eine Frau.

Unter der Regie von Thomas Löding ist im ThOP ein wahrer „Paarungs-Basar“ gelungen. Löding hat die Bühnenfassung von Jürgen Popig als Inszenierung-Grundlage genommen. Popig hat auch das Weihnachtsstück „Gänseliesel träumt“ für das Deutsche Theater geschrieben.

Wie auf dem Laufsteg schreiten und tanzen die Frauen und Männer voreinander –auf der Suche nach dem richtigen Partner beschreibt sich einer nicht als Jäger, eher als Sammler und stößt damit nicht auf ungeteilten Anklang. In einer anderen Begegnung bekommt der One-Night-Stand seinen Stempel.

Wie schlechte Werbung zieht der Plakatspruch: „Ich bin der Abenteuer-Urlaub und nicht die Pauschalreise.“ Fast peinlich auf dem Markt der Gefühle wirkt das Geständnis „Ich bin einsam. Ich hab‘ nicht mal eine beste Freundin.“

Nach dem Vorstellungspart im Minuten-Takt werden Telefonnummern vergeben. Jede/jeder kann bekennen, wen er treffen möchte. Nur wenn beide wollen, bekommen sie die Nummer. Da liegt es auf der Hand, dass nicht alles passt, mit viel Glück gibt es manchmal auch andere Wege. Und nur ein Buchstabe – wie bei Susanne und Susanna – kann den Wunschpartner in einen Liebesschreck verwandeln.

Den fünf Frauen und fünf Männern auf der Bühne – bei den Dates auf der Galerie – gelingt das Wechselbad der Gefühle. Wie in der Arena bei einem Stierkampf werden die Mitspieler vorgeführt, müssen Hiebe und Sticheleien einstecken. Jedes „Team“ hat ihr eigenes Ende. Für die Zuschauer bleibt es stets unterhaltsam und erinnert so manchen hin und wieder an eine eigene Erfahrung.

Karten gibt es noch für die Vorstellungen am Freitag, 11., Samstag, 12., und Dienstag, 15. November. Das Kartentelefon ist unter der Rufnummer 0551/39 70 77 geschaltet.www.thop.uni-goettingen.de

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