300.000 Euro

Gemeinde Adelebsen übernimmt Großsporthalle vom Landkreis

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Feierlicher Moment: Göttingens Landrat Bernhard Reuter (3.v.l.) übergab Adelebsen symbolisch den Schlüssel für die Großsporthalle, die in Zukunft vom Flecken betrieben wird. Darüber freute sich Bürgermeister Holger Frase (links neben Reuter).

Adelebsen. Der 6.500 Einwohner zählende Flecken Adelebsen hat vom Landkreis Göttingen die Großsporthalle der früheren Haupt- und Realschule Adelebsen für den symbolischen Preis von einem Euro übernommen.

Landrat Bernhard Reuter überreichte bei seiner Sommerreise durch den Kreis offiziell den Schlüssel. Ungeklärt ist weiterhin die Zukunft der ehemaligen Schulgebäude, die zwischenzeitlich für etwa 200 Flüchtlinge vorübergehend als Unterkunft dienten.

Der Landrat betonte, bei der Entscheidung sei es darum gegangen, die sportliche Infrastruktur von Adelebsen und darüber hinaus zu erhalten, auch wenn der symbolische Verkaufspreis den Ergebnishaushalt des Landkreises mit rund 300.000 Euro belaste. „Es ist aber trotzdem der richtige Weg“, betonte der Kommunalpolitiker.

Adelebsens Bürgermeister Holger Frase ist zuversichtlich, dass der Flecken die Last der Sporthalle stemmen werde. Er kalkuliert mit Kosten in einer Höhe von jährlich 70.000 Euro. Darin sei aber bereits ein Betrag von rund 10.000 Euro für Reparaturen berücksichtigt. Zuvor habe sein Ort für die Nutzung der Halle jährlich 50.000 Euro an den Kreis entrichten müssen.

Der Flecken selbst könne zudem noch mit Einnahmen von 13.000 Euro rechnen, die von Kommunen aufgebracht werden, die selbst keine Sporthallen vorhalten, sagte Reuter. Die Sporthallen werden von der örtlichen Grundschule, Vereinen, der Polizei und dem bewegungsorientierten Kindergarten der Gemeinde genutzt.

Die angrenzende Hallenschwimmbad und die kleine Sporthalle werden weiter vom Landkreis vorgehalten. Derzeit wird dort mit einem Kostenaufwand von etwa 226.000 Euro der Hubfußboden erneuert. Die Halle ist unter anderem wichtig für den Schwimmunterricht der über 200 Schülerinnen und Schüler zählenden Grundschule, sagte deren Leiterin Margrit Wolter. „Unser Ziel ist, dass alle Kinder schwimmen lernen.“ Längst keine Selbstverständlichkeit mehr in Niedersachsen nach den zahlreichen Schließungen von Bädern in der Vergangenheit. Das Hallenbad ist zudem wichtig für die Ausbildungsarbeit der starken DLRG-Ortsgruppe Adelebsen-Dransfeld.

Laut Bürgermeister Frase soll aus der ehemaligen Schule, die im vergangenen Jahr wegen zurückgegangenen Schülerzahlen ihren Betrieb einstellen musste, ein Bürgerzentrum entstehen. Es könnte unter anderem von örtlichen Vereinen und der Kreisverwaltung für Beratungen genutzt werden.

Planstelle nicht genehmigt

Leider sei ein Förderantrag auf Einrichtung einer Planstelle für das Projekt nicht genehmigt worden. Jetzt überlege die Verwaltung neue Wege, berichtete der Bürgermeister.

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