Windräder nur bei Mariengarten

Gemeinde Rosdorf weist Vorrangflächen für Windenergie aus

Direkt an der Autobahn 7 zwischen Mariengarten und Volkerode stehen vier Windräder
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Direkt an der Autobahn 7 zwischen Mariengarten und Volkerode stehen vier Windräder: Mehr wird es auf dem Gebiet der Gemeinde Rosdorf nicht geben.

Windräder wird es in der Gemeinde Rosdorf nur zwischen Mariengarten und Volkerode geben. So sieht es der Beschluss zur Schaffung von „Konzentrationszonen für Windenergie“ vor, den der Rat der Gemeinde einstimmig beschlossen hat.

Rosdorf/Mariengarten – Seit zehn Jahren ringt die Gemeinde um die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans. „Wir wollen Vorrangflächen ausweisen, damit es keinen Wildwuchs bei den Windrädern gibt“, erläuterte Bürgermeister Sören Steinberg (SPD). Unter Beteiligung besorgter Bürger, die eine Entwertung ihrer Immobilien befürchteten oder sich um den Schutz des Rotmilans sorgten, fand die Gemeinde nun einen Kompromiss. Mehr als die vier Windkraftanlagen, die mit Genehmigung des Landkreises bereits bei Mariengarten stehen, wird es nicht geben. „Gegebenenfalls kann dort noch ein fünftes Windrad gebaut werden“, ergänzt Ratsherr Christian Frölich (CDU), der Vorsitzende des Bauausschusses.

Während der Ratssitzung kam auch eine Fläche zwischen Sieboldshausen und Rosdorf zur Sprache. Die Gemeinde hatte dort ebenfalls Windräder für möglich gehalten. Das scheiterte aber am Widerspruch der Bundeswehr. Sie will, dass dort eine Tiefflugschneise für Hubschrauber freigehalten wird. „Trotzdem führt das Regionale Raumordnungsprogramm, das der Landkreis Göttingen derzeit neu erstellt, die Fläche wieder auf“, berichtet Frölich. An der Position der Bundeswehr hat sich aber nichts geändert. Das stellten auch Investoren fest, die bereits bei den Flächeneigentümern vorstellig wurden. Sie sind schnell wieder absprungen.

Frölich zeigte sich zufrieden, dass die Gemeinde das langwierige Verfahren aus eigener Kraft bewältigt hat. Mehrfach hätten Politik und Verwaltung nicht mehr weiter gewusst, am Ende aber doch eine Lösung gefunden. Zuletzt hatte der Landkreis der Gemeinde die Genehmigung für die Flächennutzungsplanänderung untersagen wollen.

Der Kompromiss: Die Gemeinde führt nun theoretisch nutzbare Flächen auf. Praktisch sind in diesen Bereichen dann aber keine Windkraftanlagen möglich, weil dort der Rotmilan nistet, sie für die Erholung, zur Trinkwassergewinnung oder zur Vergrößerung des Waldanteils vorgesehen sind. (Michael Caspar)

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