Gemurmel um die Generation Z

Junge Arbeitnehmer standen beim IHK-Neujahrsempfang im Fokus 

Abschiedsreden: Der Göttinger Joachim Tonollo und Dr. Hannes Rehm hören als IHK-Vizepräsident und IHK-Präsident auf. Für Tonollo gab es am Mittwoch einen großen Blumenstrauß beim Neujahrsempfang der IHK in der Stadthalle. Foto: Jelinek

Göttingen. Der Neujahrsempfänge-Marathon biegt auf die Zielgrade ein. Nur 14 Stunden nach dem Sparkassenempfang lud die IHK-Südniedersachsen bereits in die Stadthalle.

Wie war diesmal der Gastvortrag? 

Aktualisiert um 17.05 Uhr 

Wie fast immer bei den IHK-Neujahrsempfängen sehr interessant, diesmal auch erfrischend. Denn die Vortragende, Prof. Dr. Antje-Britta Mörstedt von der
Privaten Fachhochschule (PFH) Göttingen, beschäftigte sich mit der „Generation Z“, die für die Unternehmen besonders wichtig ist. Denn die Z´ler – also die Jahrgänge ab Geburtsjahr 1994 – treten jetzt ins Ausbildungs-, Arbeitsleben ein. Mörstedt hat in einer Studie 1000 Schüler in Göttingen, Northeim und Duderstadt befragt, um Handeln und Wünsche der jungen Menschen besser verstehen zu können.

Und was erwartet die „Generation Z“ von den Unternehmern, einer Ausbildung? 

Nun, für die Schüler der voll digitalisierten Generation steht der Spaß an der Arbeit ganz oben an. Wichtig sind auch die moderne Technik am Arbeitsplatz, die Weiterbildungsmöglichkeiten und die finanziellen Anreize. Generell gehen die meist selbstbewussten Z´ler, die Probleme auch gerne mit Hilfe moderner Technik lösen, nicht so enge Bindungen ein – auch nicht mit Unternehmen. Freizeit spielt eine große Rolle. Aber auch die Familie. Als die Erkenntnisse über die „Generation Z“ genannt wurden, gab es oft ein Raunen im Publikum.

Wie wurde der Vortrag aufgenommen? 

Die Reaktion von Karsten Stiemerling, Seniorenresidenz-Betreiber aus der Region, ist stellvertretend für viele Gäste: „Die Referentin hat eine extrem praxisnahe Forschung vorgestellt. Für uns Unternehmer aber auch Eltern ist das sehr wichtig. Wir müssen uns auf die veränderten Wünsche einstellen. Auch uns hinterfragen.“ Stiemerling will sich die Studie anfordern. Das wäre vielen Unternehmern zu empfehlen.

Wie war sonst die Stimmung beim IHK-Empfang? 

Entspannt und geprägt von Abschiedsgefühlen. Der IHK-Präsident Dr. Hannes Rehm sprach zum letzten Mal in der Amtszeit. Auch der als Vize-Präsident scheidende Göttinger Joachim Tonollo nutzte die Rede für Abschiedsworte. Er begrüßte es, dass vor allem regionale Projekte gemeinsam vorangetrieben werden. „Es ist gut, dass im Bemühen um Fachkräfte und durch die zunehmende Digitalisierung die mancherorts ach so geliebten kommunalen Kirchtürme langsam bröckeln und die gemeinsam aufgebauten Leuchttürmen weichen.“ Tonollo nannte als solche das Regionale Fachkräftebündnis Südniedersachsen, die Arbeitgebermarketing-Initiative TOPAS und die Initiative Business for School sowie die IHK-Ausbildungsoffensive. Positiv sei auch das Bündnis der Mittelzentren für die Fachwerkstädte, „Fachwerk Fünfeck“.

Was betonte Präsident Rehm in seiner Rede? 

Das hervorragende Engagement der IHK-Mitglieder in der Region und die eigenen Bemühungen, die Integration von Flüchtlingen zu fördern, wie mit der Beratung von 3800 Zuwanderern und die Anerkennung der Bildungsabschlüsse. Immerhin 800 haben ihre Anerkennung in der Tasche. Die IHK-Hannover sei dabei vorbildlich in Deutschland und habe zehn Mitarbeiter dafür eingestellt. Ein Lob ging auch an die vielen Unternehmen, die Flüchtlinge eingestellt haben. Kritik übte Rehm erneut an der Rente mit 63. Die erfahrenen Fachkräfte würden dringend benötigt. „Wir brauchen die Möglichkeit, diese Experten über das Renteneintrittsalter hinaus zu beschäftigen. Rehm mahnt auch Änderungen im Erbschaftssteuergesetz an. Das dürfe keine Mittelständler dazu zwingen, aufgeben zu müssen oder eine Übernahme eines Betriebes an mögliche Nachwuchschefs abzulehnen.

Für wen gab es ein Sonderlob? 

Für die Geschäftsstelle in Göttingen, sowohl von Rehm als auch besonders von Joachim Tonollo. Die Zusammenarbeit sei immer hervorragend gewesen. Er dankte dem hochkompetenten Team um Dr. Martin Rudolph.

Wie war die Prominenten-Dichte? 

Hoch. Natürlich waren viele Verantwortliche aus Unternehmen in der Stadthalle Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler führte die Garde der vielen Stadtoberhäupter an. Unter ihnen waren auch Hans-Erich Tannhäuser (Northeim) und Torsten Bauer (Uslar).

Generationen X bis Z 

Als „Generation Z“ werden die junge Menschen ab dem Geburtsjahrgang 1994 bezeichnet. Sie folgt auf die „Generation Y“ (1980 bis 1993), und die durch das Copeland-Buch bekannt gewordene „Generation X“ (1965 bis 1979). Die Menschen davor werden wiederum als die „Baby Boomer“ bezeichnet, da die von 1946 bis 1964 geborenen meist aus geburtenstarken Jahrgängen stammen. Die „Generation Z“ gilt als die Volldigitalisierte, die mit Smart-Phonen natürlich aufgewachsene Generation. (tko)

Neujahrsempfang der IHK Südniedersachsen

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