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Für eine gerechtere Gesellschaft: 20 Autoren schreiben über Feminismus

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Von: Kim Henneking

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Diskutierten über das Buch von links: Moderatorin Madita Oeming, Mithu Sanyal, Linus Giese und Tanja Raich.
Diskutierten über das Buch „Das Paradies ist weiblich“, in dem 20 Autorinnen und Autoren Beiträge verfasst haben. Von links: Moderatorin Madita Oeming, Mithu Sanyal, Linus Giese und Tanja Raich. © Kim Henneking

Eine von Frauen geführte Gesellschaft? In „Das Paradies ist weiblich“ gehen 20 Autorinnen und Autoren genau dieser Frage nach.

Göttingen – Was würde das Matriarchat, also eine von Frauen geführte Gesellschaft, für uns bereithalten? Dieser Frage haben sich 20 Autorinnen und Autoren für das Buch „Das Paradies ist weiblich“ gestellt. Bei einer Lesung des Göttinger Literaturherbsts war die Herausgeberin Tanja Raich mit zwei von ihnen zu Gast im alten Rathaus.

„Es gibt verschiedene Phasen im Leben einer Feministin. Zwischendurch kommt immer wieder die Wut raus. Am Start des Buchs gab es wieder Wut“, erklärte Tanja Raich im Gespräch mit der Moderatorin und Pornowissenschaftlerin Madita Oeming. Der Titel solle bewusst provozieren. Beim Lesen würden dann verschiedene Sichtweisen aufgezeigt.

20 Autorinnen und Autoren schreiben über Feminismus

Eine davon präsentiert die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal, die an diesem Abend einen Ausschnitt ihres Kapitels vorstellte. „Welches Matriarchat hätten Sie denn gerne?“, lautet ihre Frage. Denn Geschlechteridentitäten und -stereotpye unterlägen einem steten Wandel.

Und die Vorstellung historischer Geschlechterrollen würde durch neue Forschungserkenntnisse immer wieder in Frage gestellt. So sei beispielsweise die bisherige Annahme, in früheren Zeiten seien Männer fürs Jagen und Frauen fürs Sammeln zuständig gewesen, wissenschaftlich widerlegt.

Hingegen gebe es Erkenntnisse über indigene Gesellschaften, die gleichberechtigt ihre Aufgaben verteilt hätten.

Auch Linus Giese stellte seinen Text vor. „Das Matriarchat ist das selbe wie das Patriarchat, nur umgekeht. Es ist für mich nichts erstrebenswertes. Meine Idee ist Queertopia“, sagt der Germanist und Buchhändler. Als Transmann und Aktivist setzt er sich für die queere Community ein und den Schutz von Trans-Kindern ein.

Einsatz für den Schutz Trans-Kindern

Queertopia beschreibt er als eine Gesellschaft, in der Kinder bei der Geburt keinem Geschlecht zugeordnet werden und Menschen nicht durch Erwartungen an ihr Geschlecht begrenzt werden. „Ich hoffe es bleibt nicht für immer ein Traum. Aber ich weiß nicht, wie lange es noch dauert.“

Statt einer Umkehr von Machtverhältnissen wünschen sich Tanja Raich, Mithu Sanyal und Linus Giese eine Neuorientierung der Gesellschaft, fasst Madita Oeming zusammen. Gleichberechtigung, Solidarität, Wohlwollen und Akzeptanz - so sieht für sie die Gesellschaft der Zukunft aus. Und Tanja Raich betont: „Schlechte Phasen kommen und gehen. Aber wir haben schon viel erreicht.“

Herausgeberin Tanja Raich, „Das Paradies ist weiblich“, 20 Einladungen in eine Welt, in der Frauen das Sagen haben“, Kein & Aber, 256 Seiten, 24 Euro. Literaturherbst Karten: literaturherbst.com

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