Geldstrafe

Vater und Tochter töten Dachs mit Gülle - Tier stirbt qualvollen Tod

Dachs: Vater und Tochter wollten einen Bau der Tiere offenbar mit Gülle unbewohnbar machen.
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Dachs: Vater und Tochter wollten einen Bau der Tiere offenbar mit Gülle unbewohnbar machen.

Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat das Amtsgericht Herzberg einen 69-Jährigen und seine 37-jährige Tochter zu einer Geldstrafe verurteilt. Sie hatten einen Dachsbau mit Gülle geflutet.

Herzberg/Göttingen – Normalerweise besiedeln Dachse vor allem Laub- und Mischwälder, wo sie ungestört ihre Erdbauten anlegen können, in denen die nachtaktiven Tiere den Tag verschlafen und ihre Winterruhe abhalten. Dass sich Dachse auf Ackerflächen ansiedeln, kommt eher selten vor.

Vater und Tocher fluten Dachsbau mit Gülle - Tier stirbt qualvollen Tod

Nicht nur deshalb war es ein ungewöhnlicher Fall, der vor dem Amtsgericht Herzberg verhandelt wurde: Weil sie im März vergangenen Jahres auf einem Acker in einem Ortsteil von Herzberg einen Dachsbau mit Gülle regelrecht geflutet haben sollen, mussten sich dort ein 69-jähriger Rentner und dessen 37-jährige Tochter verantworten.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hatte sie deshalb wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen angeklagt.

Der Staatsanwalt warf den beiden Hauptbeschuldigten vor, dass sie aus ihrem Gülletankwagen große Mengen Gülle in die Gänge eines Dachsbaus geleitet und die Ausgänge mit Erde zugeschüttet hätten. Dadurch sei ein Dachs, der sich in dem Bau befand, langsam und qualvoll ertrunken. Die Angeklagten hätten das Ertrinken des Dachses beabsichtigt und dessen Qualen zumindest billigend in Kauf genommen. Ein dritter mitangeklagter 78-jähriger Rentner habe ihnen dazu Beihilfe geleistet, indem er mit einer Schaufel dabei geholfen habe, die Ausgänge mit Erde zu verschließen.

Vater und Tochter angeklagt: Nach Gülle riechender Dachs wurde obduziert

Damals hatten die Behörden, nachdem sie von dem Vorfall Kenntnis erlangt hatten, eine Untersuchung des Geländes veranlasst. Bei den Grabungen bestätigte sich, dass sich unter dem Acker unterirdische Gänge befanden. Drei Wochen nach dem Vorfall wurde dann ein verendeter Dachs gefunden. Das nach Gülle riechende Tier wurde sichergestellt und obduziert. Das Verfahren gegen den dritten Angeklagten wurde eingestellt, als Auflage muss der 78-Jährige 300 Euro an die Tafel in Osterode zahlen.

Sowohl der 69-jährige Rentner als auch dessen 37-jährige Tochter räumten ein, dass sie die Gülle ausgebracht hätten. Der Geruch der Gülle habe den Dachsbau unbewohnbar machen sollen. Sie hätten die Dachse damit vertreiben, aber nicht töten wollen.

Das Gericht folgte dem Antrag des Staatsanwalts und verurteilte Vater und Tochter wegen unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 15 Euro. Die Richterin zeigte sich überzeugt, dass die Angeklagten so etwas „ganz sicher nicht mehr machen“ würden. (Heidi Niemann)

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