Gericht spricht Göttingerin vom Vorwurf des Kindsmords frei

Neuruppin/Göttingen. Eine 74 Jahre alte Frau aus Göttingen ist vom Landgericht Neuruppin vom Vorwurf des Kindesmords freigesprochen worden.

Sie war angeklagt, in der Nacht zum 5. November 1974 in der damaligen DDR in ihrer Wohnung in Schwedt in Brandenburg ihren Sohn mit Stadtgas vergiftet und ihn zum Sterben in sein Kinderbett gelegt hat. „Unsere Erkenntnisse reichten für eine Verurteilung nicht aus“, erklärte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann am Donnerstag. Das Gericht habe alles Mögliche unternommen, um die „prozessuale Wahrheit“ herauszufinden.

Damit schloss sich die 1. Strafkammer der Forderung der Verteidigung an. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hatte auf heimtückischen Mord plädiert.

„Es kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob das Gas zum Kind kam oder das Kind zum Gas“, betonte Lechtermann. „Wir wissen nicht, was in der Nacht tatsächlich passiert ist“, unterstrich der Vorsitzende Richter. Daher bleibe keine andere Entscheidung. 

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.