39 Monate Haft

Gericht verurteilt 27-Jährigen wegen Handels mit Marihuana

Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wurde der 27-Jährige verurteilt.
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wurde der 27-Jährige verurteilt.

Weil er mit Drogen gehandelt und diese auch an Minderjährige verkauft hat, soll ein 27-jähriger Mann aus Göttingen eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten erhalten.

Göttingen – Das hat am Freitag (23. 10. 2020) das Landgericht Göttingen entschieden. Die Kammer befand den Angeklagten des unerlaubten bewaffneten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge, der unerlaubten gewerbsmäßigen Abgabe an Minderjährige sowie des unerlaubten Erwerbs von Betäubungsmitteln für schuldig. Da der Angeklagte selbst sowohl alkohol- als auch drogenabhängig ist, ordnete das Gericht außerdem seine Unterbringung in einer Erziehungsanstalt an. Bevor er dort eine entsprechende Therapie absolvieren kann, müsse er allerdings zunächst sechs Monate in Strafhaft verbringen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 27-Jährige in diesem Frühjahr bei einem unbekannten Drogenverkäufer im Stadtteil Weende zweimal jeweils rund 300 Gramm Marihuana erworben hatte. Nach dem Ankauf der ersten Charge im März habe er die Drogen in seiner Wohnung portioniert und anschließend im sogenannten „Blümchenviertel“ an der Leine an verschiedene Abnehmer verkauft. Einige der Käufer seien Minderjährige gewesen, und der Angeklagte habe dies auch gewusst.

Im April habe er dann bei demselben Händler noch einmal 300 Gramm Marihuana erworben, das ebenso wie auch die erste Lieferung von überdurchschnittlicher Qualität gewesen sei. Die Drogen habe er dann in seinem Wohnzimmer verpackt. Bevor er sie weiterverkaufen konnte, rückte die Polizei zu einer Durchsuchung an. Die Beamten stellten neben dem Marihuana auch typische Drogen-Utensilien wie beispielsweise eine Feinwaage sicher. Daneben entdeckten die Beamten in den Wohnräumen auch diverse gefährliche Gegenstände, unter anderem ein Schwert, einen Elektroschocker, einen Axtstiel, ein Reizstoffsprühgerat, einen Baseballschläger und ein Kampfmesser.

Das Gericht hielt dem Angeklagten zugute, dass er weitgehend geständig gewesen sei und Einsicht und Reue gezeigt habe. Außerdem wolle er sich einer Therapie unterziehen, um von seiner Sucht loskommen. Insgesamt bewerteten die Richter die Taten als minder schweren Fall, weil der Angeklagte aufgrund seiner Alkohol- und Drogenabhängigkeit in seiner Steuerungsfähigkeit beeinträchtigt und somit nur vermindert schuldfähig gewesen sei.  pid

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