Bewährungsstrafe für „Firmensanierer“

Gericht verurteilte Ehepaar aus dem Landkreis Göttingen wegen Betrugs

Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wurde das Ehepaar verurteilt. 
Archivfoto: Bernd Schlegel
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Der Eingang zum Landgericht Göttingen: Hier wurde das Ehepaar verurteilt.

Nach zweimonatiger Verhandlungsdauer ist jetzt ein Betrugsprozess gegen ein Ehepaar aus dem Landkreis Göttingen zu Ende gegangen.

Göttingen – Das Landgericht verurteilte den bereits einschlägig vorbestraften 59-jährigen Ehemann wegen Betruges in zwei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Die Bewährungszeit beträgt fünf Jahre, als Auflage muss der Angeklagte 6000 Euro an die Stiftung Opferhilfe zahlen. Seine 53-jährige Ehefrau erhielt wegen Betruges eine Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 100 Euro, wobei 20 Tagessätze als vollstreckt gelten. Im Übrigen wurde sie freigesprochen.

Das Gericht entsprach mit seinem Urteil teilweise dem Antrag des Staatsanwalts. Dieser hatte beide Angeklagte der Untreue und des Betruges für schuldig befunden. Er forderte für den 59-Jährigen eine zehnmonatige Bewährungsstrafe sowie eine höhere Geldauflage von 9000 Euro.

Für die Ehefrau beantragte er eine siebenmonatige Bewährungsstrafe sowie eine Geldauflage von 5000 Euro. Die Verteidiger plädierten dagegen beide auf Freispruch. Sie wollen gegen das Urteil Revision einlegen.

Ursprünglich hatte die Anklage mehr Vorwürfe umfasst, die anderen Verfahren wurden im Laufe des Prozesses eingestellt. Die übrig gebliebenen Fälle liegen bereits rund acht Jahre zurück. Das Ehepaar hatte sich damals unter verschiedenen Firmennamen im Bereich Unternehmensberatung und Firmensanierung betätigt. Die 53-Jährige trat dabei formal als Geschäftsführerin dieser Gesellschaften auf. Nach Überzeugung der Kammer war sie dies allerdings nur auf dem Papier, faktisch habe ihr Partner die Fäden in der Hand gehabt. Beide hatten kurz vor Prozessbeginn geheiratet, der 59-Jährige hatte dabei ihren Namen angenommen.

Nach Überzeugung der Kammer hat der Angeklagte im Zusammenhang mit einem Bauvorhaben einen Betrag in Höhe von 14.000 Euro entgegen einer treuhänderischen Bindung zweckwidrig für das Geschäftskonto seiner Sanierungsgesellschaft verwendet. Der Angeklagte hatte dies bestritten und angegeben, dass dies auf Initiative einer Mitarbeiterin und ohne sein Wissen geschehen sei. Die Kammer sah dafür allerdings keinen Anhaltspunkt. Die betreffende Mitarbeiterin war ursprünglich ebenfalls angeklagt gewesen, das Verfahren gegen sie wurde zwischenzeitlich eingestellt. (pid)

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