Medizinstudentin aus Göttingen hatte geklagt

Klage von Studentin abgewiesen: Wer arbeiten kann, kann auch studieren

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Das Göttinger Verwaltungsgericht: Es wies die Klage einer Medizinstudentin ab.

Wer neben dem Studium einer Arbeit nachgeht, kann nicht zu krank zum Studieren sein. Deshalb hat das Verwaltungsgericht die Klage einer Göttinger Medizinstudentin abgewiesen.

Die Studentin hatte dagegen geklagt, dass die Universitätsmedizin Göttingen ihren Antrag auf Beurlaubung für das bereits angefangene Sommersemester abgelehnt hatte. Die Klägerin hatte ihren Antrag damit begründet, dass sie aufgrund einer akuten Erkrankung studierunfähig sei.

Das Gericht verwies darauf, dass es für eine Beurlaubung einen wichtigen Grund geben müsse. Dieser liege indes nicht vor. Die Klägerin habe während des Semesters als Krankenschwester im Notfallzentrum einer Klinik gearbeitet. Es sei nicht nachvollziehbar, warum sie studierunfähig, gleichzeitig aber weiterhin arbeitsfähig sei (Aktenzeichen 4 A 345/18).

Internist stellte Attest aus

Die Klägerin, eine examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, hatte Mitte April 2018 die Zulassung für einen Teilstudienplatz für den vorklinischen Abschnitt im Studiengang Humanmedizin an der Universität Göttingen erhalten. Vier Tage später begannen die Lehrveranstaltungen. Zu Beginn ihres ersten Semesters nahm sie an einem Biologiepraktikum teil.

Rund zwei Wochen später meldete sie sich von den Lehrveranstaltungen für das Sommersemester ab. Zur Begründung bezog sie sich auf das Attest eines Internisten, der ihr bescheinigte, wegen einer akuten Erkrankung für das Sommersemester studierunfähig zu sein.

Antrag auf Beurlaubung abgewiesen

Sechs Wochen nach Semesterbeginn beantragte die Medizinstudentin dann ihre Beurlaubung. Die Universitätsmedizin lehnte diesen Antrag ab. Daraufhin zog die Studentin vor Gericht. Sie begründete ihre Klage damit, dass sie vollzeitbeschäftigt und im Krankenhaus in einen bereits seit Monaten festgelegten Schichtdienst eingebunden sei.

Die kurzfristige Zulassung zum Studium habe sie vor erhebliche Anforderungen gestellt und sowohl physisch als auch psychisch stark belastet. Nach ihrer Teilnahme am Biologiepraktikum sei sie schwer erkrankt und nicht mehr in der Lage gewesen, das Studium im Sommersemester fortzusetzen.

Ihrer beruflichen Tätigkeit habe sie dagegen durch entsprechende Planung und Umgestaltungen weiterhin nachgehen können. Dies habe aufgrund der routinierten Strukturen zur Stabilisierung und Sicherheit beigetragen, so dass sie nunmehr wieder gesund sei. 

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