Protest- und Unterschriftenaktion

Geringe Bezahlung: Lehrbeauftragte in Rot und Grün vor der Uni-Verwaltung

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Überwiegend rot: Auf der Kundgebung zu niedrigen Löhnen von Lehrbeauftragten an der Uni Göttingen standen die roten Männchen für jede unbezahlte Arbeitsstunde, die für eine bezahlte (grünen) Stunde zum Beispiel für Korrekturen, Vorbereitungen dazugerechnet werden muss.

Göttingen. Den Lehrbeauftragten der Uni Göttingen reicht es: Sie wollen die prekären Arbeitsverhältnisse beenden und fordern mehr Geld und Absicherung.

Deshalb hat die Initiative zur Verbesserung der Situation von Lehrbeauftragten am Mittwochmorgen in einer Kundgebung auf dem Göttinger Wilhelmsplatz, also vor dem Verwaltungssitz der Universität und Büro der Präsidentin, auf ihre Lage aufmerksam gemacht – dabei waren die Protestierenden in rote und grüne Ganzkörperanzüge gehüllte. Sie fielen auf!

820 Unterschriften haben die Organisatoren bis jetzt gesammelt. „Wir haben uns gefreut, dass auch Uni-Präsidentin Beisiegel dabei sein will“, sagt Mitorganisatorin Gudrun Stockmann, die seit 22 Jahren Lehrbeauftragte der Universität Göttingen ist.

Prof. Dr. Ulrike Beisiegel kam für eine halbe Stunde vorbei, um mit fünf der Betroffenen zu sprechen.

Von den Stunden eines Lehrauftrags werde nur die Präsenzstunde bezahlt, erklärt Stockmann. 756 Euro bekomme man für einen Lehrauftrag über die Semesterdauer von drei Monaten.

In der vorlesungsfreien Zeit versuche sie, andere Jobs an Land zu ziehen, sagt Kerstin Börst, eine Lehrbeauftragte in rotem Ganzkörper-Anzug. „Wenn ich keine finde, muss ich meine zwei Lehraufträge abgeben.“

Die Situation beschreibt Stockmann als „unwürdigen Zustand“. „Zeitarbeit ist Gold dagegen“. Die Menschen in der Stadt hätten aber ein Ohr für ihr Anliegen, das zeigten Unterschriftenaktionen.

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