Geschäftsjahr-Bilanz 2018 und Ausblick

Geschäftsjahr-Bilanz 2018 der Sparkasse Göttingen: Gute Zahlen vorgelegt

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Am Riesensparschwein: In der neuen Zentrale Groner Tor präsentierten Vorstandsvorsitzender Rainer Hald (links) und Steffen-Peter Horn gute Bilanzzahlen. 

Starkes Kreditgeschäft, Steigerungen im Anlagegeschäft, bei Darlehen und Immobilien - die Sparkasse Göttingen legt zu und denkt an die - digitale - Zukunft.

In einer Bilanz-Pressekonferenz geht es vornehmlich immer um das Erreichte, die Zahlen – erst Recht, wenn es sich um ein Geldinstitut handelt. Am Freitag bei der Sparkasse-Göttingen aber richtete sich der Fokus neben den Ergebnissen oft auch auf die Projekte und die Zukunft.

Wachstum

Zunächst die Zahlen: Vorstandsvorsitzender Rainer Hald stellte relativ nüchtern fest: das Darlehensvolumen und die Kundeneinlagen sind zum Teil kräftig gewachsen, die Bilanzsumme legte um rund zehn Prozent auf nun 3,4 Milliarden Euro zu, das gesamte Geschäftsvolumen, einschließlich Kundenguthaben bei Verbundunternehmen und Wertpapierdepots, um sechs Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Mit einem Betriebsergebnis von mehr als 22 Millionen Euro trotze die Sparkasse den schwierigen Rahmenbedingungen mit Niedrigzinsen und übertraf die Prognose, ja ist laut Hald eine „der wachstumsstärksten Sparkassen Niedersachsens“.

Immobilien

Stark läuft das Immobiliengeschäft: 213 Objekte (2017: 190) verkaufte, davon 112 im Umkreis von Göttingen. Umsatz: mehr als 50 Millionen Euro.

Darlehen

Jene niedrigen Zinssätze befeuerten also wie seit Jahren schon das Darlehensgeschäft. Kunden verschuldeten sich 2018 mit weiteren 470 Millionen bei der Göttinger Sparkasse. Insgesamt wuchsen die vergebenen Kredite auf 2,7 Milliarden Euro (plus sechs Prozent). Und das, obwohl jährlich 250 Millionen Euro von den Kunden getilgt werden. „Wir müssen also erst einmal 250 Millionen neu abschließen, um ins Plus zu kommen“, betonte Rainer Hald.

Bonität beachten

Das Niedrigzinsen und das so befeuerte Kreditgeschäft aber verlange gerade von kleineren Instituten bei höheren Auflagen einiges. Die Sparkasse müsse deshalb verstärkt auf die Bonität der Kreditnehmer achten. Das sagte Rainer Hald zwei Mal. Soll heißen: So leicht wie bisher wird es nicht werden, Kredite zu bekommen. Aber: Man werde weiter ein Motor für Investitionen und Förderrer der Wirtschaft in der Region bleiben, sagt Hald und meint auch, Unternehmern, die oft schnell Geld benötigen, damit zu versorgen. Allein 50 Gründer wurden 2018 unterstützt. Man sei das aktivste Kreditinstitut der Region und wolle es auch bleiben. „Das ist unsere Stärke.“

Alle können alles

Nah dran am Kunden, das will die Sparkasse weiterhin sein. Filialschließungen seien höchstens bei „ganz kleinen“ irgendwann möglich. Die Mitarbeiter dort sollen stattdessen künftig alles können: der Kassierer beraten, der Vertriebsmann aus dem Innendienst Videoberatungen für Kunden, die in aller Welt unterwegs sind, möglich. Sie bespielen das Omnikanal-Banking – bei dem alle Dienstleistungsangebote vernetzt und personalisiert sind.

Digitalisierungsteam

Wichtigster Faktor neben den technischen Möglichkeiten ist dabei der Mensch. „Die Mitarbeiter müssen mitziehen, sonst funktioniert das nicht.“ Zwei Jahre will die Sparkasse, die extra ein Digitalisierungsteam mit sieben Leuten gebildet hat, testen. Die Ausbildung von 200 Mitarbeitern startet an diesem Wochenende.

Mehr personenbetreute Beratung

Die Basis, dass diese neue Ausrichtung der weiterhin personenbetreuten Beratung – dann auch via Smart-Phone-Bildschirm – ankommt, sei vorhanden, sagt Vorstand Steffen-Peter Horn: 50 Prozent aller Privatkunden und 70 Prozent der Geschäftskunden der Sparkasse Göttingen sind für das Online-Banking freigeschaltet, 38 000 insgesamt aktiv. Sie hätten prinzipiell Interesse an den neuen Möglichkeiten, auch der Echtzeitüberweisung und der Sparkassen-App. „Wir erleben eine steigende Nachfrage nach digitalen Lösungen in allen Geschäftsbereichen“, sagt Horn. Aber wer einen Vertrag von Gesicht zu Gesicht machen will, wie bei Immobilienkäufen und Finanzierungen, könne das weiter tun, ergänzt Rainer Hald, der gespannt ist, wie das für die Sparkasse nicht ganz billige Digital-Projekt laufen wird. 

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