Geschenke für Flüchtlingskinder im Lager Friedland

Nicht nur an Weihnachten willkommen: Über Geschenkeberge wie diese würden sich auch die Kinder im Grenzdurchgangslager Friedland freuen. Foto: Andreas Rother /Archiv

Göttingen/Friedland. Sich willkommen und umarmt fühlen: Das ist Ziel der Kidsgo-Aktion „Geschenke für Flüchtlingskinder“.

Am 17. Dezember bringt Magazin-Herausgeberin Barbara Hirt die nächsten Päckchen nach Friedland. Und sie hat noch viel Platz im Wagen für weitere Präsente.„Eine zu klein gewordenen Kinderjacke, Socken, ein paar Stifte, Seifenblasen oder eine Tüte Gummibärchen, das reicht doch schon“, sagte Hirt. Dazu vielleicht noch etwas Gebasteltes oder ein Bild. „Ein Herz oder ein Regenbogen sind international und sagen mehr als tausend Worte, spenden Trost.“

Barbara Hirt. Foto: nh

Denn das Schicksal, das viele Flüchtlingskinder und ihre Verwandten teilen, ist nahezu unvorstellbar: Krieg, Vertreibung, Flucht und Neuanfang - in einem Land, in dem man niemanden kennt, die Sprache nicht beherrscht und nur das mitnehmen kann, was man gerade bei sich trägt. Dann verbringen sie zwei bis sechs Wochen im Grenzdurchgangslager Friedland, bevor sie weiter zu ihrer nächsten Unterkunft reisen.

„Die Grundbedürfnisse sind dort zunächst einmal gedeckt, also ein Bett, etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf“, weiß Hirt, „aber wir von Kidsgo haben nach etwas Herzlichem gesucht, nach etwas, wo sich die Menschen in Gedanken umarmt fühlen“. Denn es gebe bedauerlicherweise keine Begrüßungskultur für die Menschen, die ohne Hab und Gut nach Deutschland fliehen. „Dabei hängt Herzlichkeit doch gar nicht davon ab, wie viel Geld man hat, sondern wie man sie ausdrückt.“

Matchboxauto von Tim 

Um den Kindern in Friedland - vom Baby bis zum Fünftklässler - eine Freude zu machen, entstand die Idee von den Willkommensgeschenken. Vor allem Kleidung, gut erhaltene Spielsachen, aber auch Bilderbücher oder Leckereien sind gefragt. Und neben dem wohltätigen Zweck gibt es auch noch eine pädagogische Komponente, wie die Mutter von drei Jungs erklärte: „Die eigenen Kinder können überlegen, was sie abgeben möchten.“ Tim habe beispielsweise sein neues rotes Matchboxauto verschenkt und Mia, die gerade häkeln gelernt hatte, ihren ersten Schal. Hirt: „Das hat mich wirklich ganz besonders gerührt.“

„Die Geschenkeladung am Mittwoch ist die Weihnachtsaktion, aber wir sind erst fertig, wenn es keine Flüchtlinge mehr gibt“, so die Magazin-Herausgeberin. Wer es also bis dahin nicht mehr schafft, sein Päckchen abzugeben, erhält ab Januar bei Kidsgo die nächste Chance, Kinderaugen zum Leuchten zu bringen.

Hintergrund

Die Zeitschrift Kidsgo 

Wer sich mit Regionalbezug rund ums Eltern-Werden sowie über die Themen Baby, Kleinkind und Familie informieren will, kann einen Blick in das Kurs- und Veranstaltungsmagazin Kidsgo werfen. 1998 gegründet, erscheint eine Lokalausgabe auch in Südniedersachsen/Nordhessen. Die Zeitschrift wird vierteljährlich gedruckt. Sie hat etwa 433.500 Leser. Kidsgo gibt es kostenlos bei Hebammen, in Arztpraxen, Mütterzentren und ähnlichen Einrichtungen. (jap)

Von Jasmin Paul

Weitere Infos und Kontakt: Barbara Hirt, Tel. 0551/99725222, kidsgo Verlag, Maschmühlenweg 105 in Göttingen oder

hier

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