Geschlecht und Flucht: Werden Frauen anders behandelt?

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Göttingen. Gibt es in Deutschland einen Unterschied bei der Integration geflüchteter Männer und Frauen? Damit beschäftigen sich die Universitäten Göttingen, Osnabrück und Oldenburg.

Die Wissenschaftler wollen auch Vorschläge entwickeln, inwieweit ein Ungleichbehandlung von Frauen vermieden werden kann, und sie wollen die Seite der Geflüchteten mit in die Forschung einbeziehen – deren Bedürfnisse, Selbstbilder und Alltagsleben – und deutsche Vorstellungen von Schutz und Emanzipation mit denen geflüchteter Frauen abgleichen.

Medienberichte über sexuelle Gewalt in Unterkünften für Geflüchtete haben auf die unsichere Situation und Schutzbedürftigkeit insbesondere weiblicher Geflüchteter aufmerksam gemacht.

Aber nicht nur bei der Aufnahme, auch Integrationsangeboten von Geflüchteten stehen Frauen vor besonderen Herausforderungen.

Einige Kommunen machen spezifische Angebote für geflüchtete Frauen. Allerdings liegen bislang kaum Erkenntnisse darüber vor.

Göttinger Projekt

Das Göttinger Projekt „Geschlecht als differenzierende Kategorie im Aufnahmeprozess“ untersucht am Beispiel der Städte Göttingen, Oldenburg und Hannover, wie die besondere Schutzbedürftigkeit weiblicher Geflüchteter und 12 anderer Gruppen unter ehrenamtlichen Helfern, Unterkunftsbetreibern und kommunalen Trägern verhandelt wird und welche konkreten Maßnahmen daraus folgen.

„Wir beobachten eine breite Kluft zwischen einer zunehmenden Sensibilität und schön klingenden Schutzkonzepten einerseits, andererseits aber weiterhin eine Aufnahmepraxis, die Schutzbelange ganz hinten anstellt“, erläutert Prof. Dr. Sabine Hess vom Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur in Hannover finanziert „Gender, Flucht, Aufnahmepolitiken – Prozesse vergeschlechtlichter In- und Exklusionen in Niedersachsen“ mit etwa 500.000 Euro. (pug/tko)

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