Nach Viermonatige Schließung

Gesperrte Kirche in Bovenden ist zu Weihnachten wieder offen

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Große Bauschäden: Die evangelische St. Martini-Kirche in Bovenden war im August gesperrt werden.

Bovenden. Nach viermonatiger Sperrung kann die evangelische St. Martini-Kirche in Bovenden bei Göttingen an Weihnachten wieder geöffnet werden.

Die schadhaften Stellen seien inzwischen so weit gesichert, dass die Gemeinde das Fest wieder in ihrer eigenen Kirche feiern könne, teilte Kirchenvorsteher Jan Fragel am Mittwoch mit.

Die Kirche war im August wegen massiver Schäden an den Holzkonstruktionen im Turm und an den Dachbalken komplett gesperrt worden. Gottesdienste und weitere Veranstaltungen fanden seither im Gemeindehaus und in der katholischen Kirche St. Franziskus im Ort statt.

Der Statiker habe die Kirche inzwischen für eine eingeschränkte Nutzung wieder freigegeben, erläuterte Fragel. Danach dürfen die Glocken noch immer nicht wie gewohnt läuten. In seltenen Fällen wie an hohen Feiertagen oder bei Beerdigungen darf nur die kleine Glocke kurz geläutet werden. Zudem ist die Orgel durch Plastikplanen und eine Holzkonstruktion geschützt. Sie kann aber trotzdem gespielt werden.

Die Kirche in Bovenden stammt aus dem 16. Jahrhundert, der untere Teil des Turmes aus dem Mittelalter.

Baufachleute haben Fragel zufolge in den vergangenen Monaten den Umfang der Schäden ermittelt und werden nun eine Kostenschätzung für die Sanierung aufstellen. Die etwa 3300 Mitglieder zählende Gemeinde sucht bereits nach Möglichkeiten für die Finanzierung. Sie wirbt um Spenden und will an Stiftungen herantreten. Für den 19. und 20. Januar ist ein Benefizkonzert mit 24 Musikgruppen geplant. Das Spektrum reicht dabei von Klassik über Kirchenmusik bis Rock. Auch Alphornbläser seien dabei, hieß es.

Seit 1971 lebt die evangelische Gemeinde Bovenden mit dem „Bovender Modell“. Es schließt Reformierte und Lutheraner auf der Grundlage eines Vertrags in der Gemeinde zusammen. Das bedeutet, dass die Gemeinde zwar rechtlich nach der Ordnung der Evangelisch-reformierten Kirche arbeitet, die Landeskirche Hannovers dazu aber einen lutherischen Pfarrer entsendet. Dieses Modell gibt es außerdem in den benachbarten Orten Angerstein, Eddigehausen und Reyershausen. (epd/bsc)

Weitere Infos gibt es hier.

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