Gestaltung einer Unterführung: Schülerkunst unter Autobahn 38

+
Schüleraktion: Alexander Lehmkuhl (rechts) und Kevin Damm vor dem Graffiti-Kunstwerk, an dem insgesamt 15 Jugendliche der Carl-Friedrich-Gauß-Schule mitgearbeitet hatten.

 Friedland/Neu-Eichenberg. Beim Kunstprojekt „Graffiti – Kommunikation im Raum“ haben Schüler der Carl-Friedrich-Gauß-Schule aus Groß Schneen eine Unterführung der Autobahn 38 bei Friedland neu gestaltet.

„Ich fand es ziemlich cool, mit Spraydosen zu arbeiten“, sagte Alexander Lehmkuhl am Freitag bei der Präsentation des beeindruckenden Ergebnisses. 15 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 13 und 16 Jahren hatten fünf Tage lang jeweils acht Stunden die 30 Meter lange und vier Meter hohe Mauer der Unterführung bearbeitet.

Heraus kamen zwei gewaltige Hände, die ein Herz umschließen sowie die Silhouette der Stadt Göttingen mit ihren Kirchen und einer Moschee. „In der Vorbereitungszeit haben wir uns in der Schule mit Politik und der Entstehungsgeschichte von Graffiti auseinandergesetzt“, berichtete Alexander Lehmkuhl. Für den 13-Jährigen und alle anderen habe dieses Motiv perfekt zur Willkommenskultur der Gemeinde Friedland gepasst.

„Die Schüler lernen in diesem Projekt nicht nur den Umgang mit der Spraydose, sondern setzen sich auch mit Graffiti als Kunst und Form der Kommunikation auseinander“, betonte Thomas Deisel, Projektleiter und Sozialpädagoge an der Carl-Friedrich-Gauß-Schule. Da kaum ein Teilnehmer zuvor Erfahrung mit der Spraydose hatte, habe man an der Schulturnhalle geübt, die demnächst ohnehin abgerissen wird. „Die Herausforderung für die jungen Leute war es, den ganzen Tag konzentriert zu arbeiten – und das fünf Tage hintereinander“, so Deisel. „Am Ende muss ich aber sagen, dass alle ganz toll mitgezogen haben und sogar am letzten Tag noch voller Eifer dabei waren“, lobte er.

Im Vorfeld der Projektwoche, die im Rahmen des Programms „Jugend stärken im Quartier“ stattfand und vom Bund und den Europäischen Sozialfonds gefördert wurde, hatte es ein kleines organisatorisches Problem gegeben.

Weil die Autobahnbrücke auf dem Gebiet der hessischen Gemeinde Neu-Eichenberg liegt, die A 38 jedoch im Zuständigkeitsbereich der Autobahnmeisterei Göttingen, mussten gleich mehrere Behörden aus verschiedenen Bundesländern eine Genehmigung für das Kunstprojekt erteilen.

„Auch wenn wir durch den späten Antrag der Schule etwas unter Zeitdruck waren, hat das doch noch gut geklappt“, sagte Martin Rohloff, der Leiter der Autobahnmeisterei. Er hätte nichts dagegen, wenn die Jugendlichen künftig noch andere Brücken in seinem Zuständigkeitsbereich mit Graffiti bearbeiten würden. „Das sieht richtig schön aus“, meinte er. „Hier wurde richtig gute Arbeit geleistet.“

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.