Corona

Gesundheitsamt Göttingen sucht Mitarbeiter: Abzug von Landesbediensteten und Infektionslage sorgen für Engpass

Gebäude des Staatlichen Gesundheitsamtes für Landkreis und Stadt Göttingen am Albaniplatz
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Zu wenig Mitarbeiter für Kontaktnachverfolgung: Gebäude des Staatlichen Gesundheitsamtes für Landkreis und Stadt Göttingen am Albaniplatz

Die Coronafallzahlen im Landkreis Göttingen sind weiter hoch und die Pandemielage angespannt. Das Gesundheitsamt arbeitet an der Kapazitätsgrenze und braucht Personal.

Göttingen – Das Göttinger Gesundheitsamt, gleichzeitig zuständig für Landkreis und Stadt, arbeitet aufgrund der Kontaktnachverfolgungen von Corona-Infizierten an der absoluten Kapazitätsgrenze. Es fehlt an Mitarbeitern, gleichzeitig ist die Pandemie-Lage mit Neuinfektionen, die nachverfolgt werden müssen, weiter angespannt.

Die Personalsituation dort hat sich Ende April noch einmal verschärft. So sind zahlreiche befristete Verträge ausgelaufen. Zudem wurden Landes- und Landkreismitarbeiter plus abgesandte Mitarbeiter des Finanzamtes wieder abgezogen.

Engpass im Gesundheitsamt Göttingen: Zu wenig Personal

Das riss Löcher in die Personaldecke, die bis jetzt noch nicht vollständig gestopft werden konnten, wie die für das Gesundheitsamt verantwortliche Dezernentin für Soziales der Stadt, Petra Broistedt, unserer Zeitung berichtete.

„Wir müssen permanent Personal nachsteuern.“ Das gelinge aber noch nicht ausreichend. „Wir hatten einen extremen Bedarf“, so Broistedt. Jetzt sei zwar neues Personal da, aber acht Vollzeitstellen sind nicht besetzt und Neue zum Teil noch nicht voll eingearbeitet. „Wir sind zurzeit nicht so schnell und so gut, wie wir sein könnten. Das ist eine Herausforderung.“

Engpass im Gesundheitsamt Göttingen: Fallzahlen weiter hoch

Gleichzeitig liegen die Fallzahlen im Landkreis Göttingen weiter auf einem hohen Niveau. „Und wir haben ein sehr diffuses Ausbruchsgeschehen, das sieht man in Hann. Münden. All das ist nicht einfach“, bilanziert die Dezernentin.

Die grundsätzliche Situation ist also trotz einer Stellenaufrüstung im Finanzamt weiter schwierig. „Wir haben eine fortwährende Fluktuation, weil wir nur befristet einstellen dürfen und weil es gar nicht genügend Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt gibt“, schildert Broistedt.

Engpass im Gesundheitsamt Göttingen: „Personal ist knapp und wird gesucht“

So wird für die Kontaktnachverfolgung von Coronavirus-Infizierten qualifiziertes Personal gesucht, aber auch Leute, die nach einer Kurzschulung schnell loslegen können. „Das sind häufig Studierende, das sind aber auch andere, die dann sozialversicherungspflichtige Verträge in einer unteren Entgeltgruppe bekommen.“

Die Verträge laufen meist über drei und sechs Monate. „Wenn sie gut sind, bekommen sie eine Verlängerung“, sagt Broistedt, die auch sagt: „Personal ist knapp und wird gesucht.“ Bewerbungen seien willkommen.

Engpass im Gesundheitsamt Göttingen: Mindestens 20 Stunden pro Woche

Es gibt auch zahlreiche Anfragen, von denen aber einige abgelehnt werden müssen, weil die Bewerber das Anforderungsprofil nicht erfüllten. Laut Broistedt müssen die Bewerber EDV-affin sein, sie müssen gut telefonieren können und „nicht auf den Mund gefallen“ sein.

Problem: So meldeten sich einige, die am Wochenende für drei Stunden arbeiten wollen. „Das hilft uns aber nicht wirklich. Sie sollten mindestens 20 Stunden in der Woche arbeiten können und wollen, denn wir brauchen Kontinuität“, erläutert Petra Broistedt und will damit die Enttäuschung bei Absagen mildern. (Thomas Kopietz)

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