Gewalttätiger Zusammenstoß zwischen Linksautonomen und Rechtsextremisten

Göttingen. Im Göttinger Stadtzentrum kam es am Sonntag gegen 18.45 Uhr zu einem gewalttätigen Zusammenstoß zwischen Linksautonomen und Rechtsextremisten.

Dabei wurde nach Angaben der Polizei auf der Groner Straße ein 26-Jähriger aus dem Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen vermutlich durch Pfefferspray oder Reizgas verletzt.

Aktualisiert um 17.55 Uhr

Ein Rettungswagen brachte den Mann in eine Göttinger Klinik. Weitere Angaben über Verletzte liegen der Polizei bislang nicht vor. Nach den bisherigen Ermittlungen haben etwa 40 bis 50 vermummte Angreifer aus dem linksautonomen Spektrum eine deutlich kleinere Zahl von Rechten mit Schlägen und Tritten attackiert, sagte eine Sprecherin. Nach ersten Erkenntnissen ereignete sich der gewalttätige Übergriff kurz nachdem die „Freundeskreis“-Anhänger eine Gaststätte an der Groner Tor Straße verlassen hatten und auf dem Weg zu einem weiteren Lokal im Papendiek waren.

Die Vermummten stürmten plötzlich über einen zur Straße „Neustadt“ gelegenen Parkplatz hervor und attackierte die fünf Männer und eine Frau. Dabei soll es neben Schlägen und Flaschenwürfen auch zu einem Fußtritt gegen eine am Boden liegende Person aus dem „Freundeskreises“ gekommen sein. Die Polizei war sofort zur Stelle. Dadurch habe man die weitere Eskalation und weitere schwere Verletzungen verhindern können.

Die Angreifer flüchteten sofort über den Papendiek und die Groner Straße in unbekannte Richtung. Dabei wurde auf der Groner Straße ein unbeteiligtes Auto, in dem eine Frau aus den Niederlanden und ein Kind saßen, von linken Szeneangehörigen aufgeschaukelt und mit Schlägen gegen die Scheiben attackiert. Die beiden verängstigten Insassen blieben unverletzt. Zu Beschädigungen an dem Fahrzeug kam es nicht. Nach dem Angriff auf die Freundeskreis-Gruppe nahm die Polizei eine 23 Jahre alte Frau zunächst vorläufig fest und brachte sie zur Dienststelle an der Groner Landstraße. Die Göttingerin wird verdächtigt, aktiv bei den Übergriffen dabei gewesen zu sein.

Die Polizei stellte zudem die Personalien von mehreren Zeugen beziehungsweise mutmaßlichen Tatbeteiligten fest. Bei den Übergriffen setzte es offenbar auch Prügel für den NPD-Landratskandidaten Jens Wilke aus Friedland. Das sagte Wilke jedenfalls auf Facebook. Wilke und seinen Begleitern wurde ein Platzverweis mit der Auflage erteilt, Göttingen auf dem kürzesten Wege zu verlassen. Damit wollte die Polizei ein erneutes Aufeinandertreffen der beiden Gruppen vermeiden. Die Vernehmungen nach dem Vorfall dauern an. Das Staatschutzkommissariat hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet.

Um den Fall weiter aufklären zu können, sucht die Polizei weitere Zeugen. Sie können sich unter Tel. 0551/491-2115 melden. (bsc/lni)

Rubriklistenbild: © dpa

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