Konzern zieht sich fast komplett zurück

Gewerkschaft: 150 Jobs werden bei Eon in Kassel gestrichen

Das ist der neue Sitz: In dem einstigen Gebäude der Bundesbahn an der Kölnischen Straße arbeiten noch etwa 40 Mitarbeiter von Eon in Kassel. Ein Schild oder einen anderen Hinweis sucht man dort allerdings vergeblich.

Kassel / Göttingen. In großem Umfang baut Eon offenbar Arbeitsplätze ab. Nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi dürfte von einst knapp 170 Jobs in Vertrieb und Kundenservice am Standort Kassel am Ende noch etwa ein Dutzend übrig bleiben. „Der Konzern streicht zusammen, wo es nur geht“.

Das sagte Verdi-Sekretär Axel Gerland. Eon bestätigte den Job-Abbau auf Anfrage nicht und betonte, „weiterhin mit einem breit aufgestellten Vertriebs- und Serviceteam von rund 100 Mitarbeitern in der Region präsent“ zu sein. Sichtbar sei die Präsenz unter anderem durch das Sponsoring des Kassel-Marathons. Zudem ist Eon in weiten Teilen Nordhessens und Südniedersachsens nach wie vor Grundversorger.

Derzeit beschäftige Eon im Vertrieb in Kassel etwa 40, im Kundenservice etwa 70 Mitarbeiter, so Gerland. Genaue Angaben, wie viele Menschen am neuen Eon-Vertrieb-Standort an der Kölnischen Straße arbeiten, machte der Konzern auf Nachfrage nicht. Weitere Standorte gibt es in Gießen und Göttingen. Ebenso nannte Eon keine Zahlen zu Kunden in der Region. Bundesweit seien es sechs Millionen, sagte ein Sprecher.

2012 hatte sich Eon mit dem Betriebsrat auf ein Sparprogramm geeinigt, wonach bundesweit 6000 Stellen abgebaut werden. Die Stellenstreichungen in der Region sind Folge der Rekommunalisierung der früheren Eon Mitte. Eon hatte seine Anteile von knapp 74 Prozent für 618 Millionen Euro an zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen verkauft. Seitdem trägt das Unternehmen mit knapp 1200 Mitarbeitern wieder den Namen EAM. Nicht verkauft hatte Eon den Vertrieb und damit die Kunden. Nach Informationen unserer Zeitung hätte das den Kaufpreis um weitere 150 Millionen Euro erhöht.

Verdi-Mann Gerland forderte die EAM-Anteilseigner auf, Verantwortung für die Eon-Beschäftigten zu übernehmen, deren Arbeisplätze nun bedroht seien. (clm)

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