Verkehrsteilnehmer sollen über Fahrverhalten nachdenken

Ghost-Bikes: Fahrräder als weiße Mahnmale

Ghost-Bike
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Groner Tor: Maria und Horst Klein trauern um ihren Enkel, der im Juli vergangenen Jahres an dieser Göttinger Kreuzung ums Leben kam. Er starb bei einem Unfall mit einem Fahrrad. Nun steht dort ein weißes Ghost-Bike.

Göttingen. Ein weißes Fahrrad steht seit dieser Woche am Groner Tor. Es soll als Mahnmal dienen und Verkehrsteilnehmer zum Nachdenken über ihr Fahrverhalten anregen, wenn sie das Rad zum Beispiel bei einem Stopp an der Kreuzung genauer betrachten.

An dieser Stelle starb im Juli vergangenen Jahres ein 20-Jähriger. Seine Familie trauert um ihn.

In den Vereinigten Staaten gibt es solche Mahnmale schon lange – in Deutschland nur in wenigen Städten und nun erstmals auch in Göttingen. Bis zum Ende der Sommerferien sollen an acht weiteren Stellen Mahnmale dieser Art aufgestellt werden. Damit soll an tödliche Fahrradunfälle der vergangenen zehn Jahre erinnert werden, berichtet Polizeioberkommissar Jörg Arnecke. Unter anderem werden weitere weiße Bikes an der Berliner Straße, an der Kiesseestraße sowie im Bereich Reinshof zu finden sein. Der Verkehrssicherheitsberater hat das erste Rad selbst weiß gefärbt. Das alte Rad hat die Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt, die ebenfalls an der besonderen Aktion beteiligt ist. In einer Untersuchung hat die Göttinger Polizei Schwerpunkte bei Unfällen mit Beteiligung von Radfahrern ermittelt. Es sind die Bereiche Maschmühlenweg/Berliner Straße, der Kreisel Godehardstraße/Königsallee, Groner Tor, Geismar Tor sowie Robert-Koch-Straße/Kreuzbergring. Im vergangenen Jahr war bei fast jedem zehnten der 3500 Unfälle im Stadtgebiet ein Radfahrer beteiligt. Ein Radfahrer starb, 38 wurden schwer verletzt. 220 erlitten leichte Verletzungen.

Oftmals ist das Fehlverhalten der Radfahrer Grund für die Unfälle. Die Polizeibeamten achten daher stärker als bisher auf die Zweiradfahrer. 2012 stellten Polizeibeamte immerhin über 5000 Strafzettel für Fahrradfahrer aus. Um die Unfallfolgen zu minimieren wirbt die Göttinger Polizei zudem für das Tragen eines Fahrradhelmes. Er ist nicht teuer, kann aber bei einem Unfall lebensrettend sein. (bsc)

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