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Göttinger Gift-Experten sind gefragter denn je: 2021 fast 50.000 Anfragen

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Von: Bernd Schlegel

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Rettung in der Not: Das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) in Göttingen hat viel zu tun. Fast 50.000 Anfragen gab es laut Jahresbericht in 2021.

Göttingen – Das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) in Göttingen ist mehr denn je gefragt. Im vergangenen Jahr berieten die Experten in fast 50.000 Fällen – ein neuer Höchststand. Kompetente Hilfe für ratsuchende Eltern sowie fachliche Beratung für Rettungskräfte und Ärzte bei ungewöhnlichen oder schweren Vergiftungen gehören zu den Aufgaben des GIZ-Nord, das an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) angesiedelt ist.

Genau 49.970 Anfragen zu Vergiftungen beantwortete das Beratungsteam des GIZ-Nord im vergangenen Jahr – ein Plus von etwa sechs Prozent. Der 24-Stunden-Service wurde 2021 erneut vermehrt von medizinischem Fachpersonal in Anspruch genommen. „Die steigende Zahl von Anfragen zeigt, wie groß der Bedarf an qualifizierter Beratung im Vergiftungsnotfall ist.

Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) in Göttingen beantwortete 2021 fast 50.000 Anfragen

Haushaltschemikalien: Sie stellen insbesondere für Kinder ein erhebliches Vergiftungsrisiko dar. Immer wieder müssen die Göttinger Experten des Giftinformationszentrums-Nord dazu Anfragen beantworten.
Haushaltschemikalien: Sie stellen insbesondere für Kinder ein erhebliches Vergiftungsrisiko dar. Immer wieder müssen die Göttinger Experten des Giftinformationszentrums-Nord dazu Anfragen beantworten. © Patrick Pleul dpa

Die Resonanz belegt zudem, wie gut das GIZ in der Bevölkerung und bei den Ärztinnen und Ärzten bekannt und akzeptiert ist“, machen Dr. Martin Ebbecke und Prof. Dr. Andreas Schaper in ihrem Jahresbericht deutlich. Sie leiten das GIZ-Nord seit 2015 gemeinsam.

Das Giftinformationszentrum ist für die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zuständig. In seinem Jahresbericht für das Jahr 2021 analysiert das GIZ-Nord detailliert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen.

Prof. Dr. Andreas Schaper Leiter GIZ-Nord
Prof. Dr. Andreas Schaper, Leiter GIZ-Nord © Privat

Oft sind es Dinge aus dem täglichen Umfeld, die besonders für Kinder gefährlich werden können. Die größte Vergiftungsgefahr geht in dieser Altersgruppe von Haushaltschemikalien und Arzneimitteln aus. Bei Erwachsenen überwiegen Vergiftungen mit Medikamenten.

Hauptaufgabe des GIZ-Nord: Beratung im akuten Vergiftungsfall

Deshalb galt im vergangenen Jahr ein besonderes Augenmerk den Vergiftungen bei Kindern und Jugendlichen: Besonders im zweiten Jahr der Corona-Pandemie beobachtete das GIZ-Nord einen deutlichen Anstieg von „selbstschädigendem Verhalten“ in diesen beiden Altersgruppen. Zur weiteren Klärung dieses Phänomens gibt es bereits erste wissenschaftliche Aktivitäten des GIZ-Nord.

Die Hauptaufgabe des GIZ-Nord ist die Beratung im akuten Vergiftungsfall. Mit dem Jahresbericht und der Erstellung detaillierter Spezialanalysen kommt das GIZ-Nord einer seiner anderen zentralen Aufgaben nach: Es berichtet den Überwachungsbehörden und der Fachöffentlichkeit über das aktuelle Vergiftungsgeschehen.

Dr. Martin Ebbecke Leiter GIZ-Nord
Dr. Martin Ebbecke, Leiter GIZ-Nord © Privat

Das GIZ-Nord war im vergangenen Jahr an 23 wissenschaftlichen Publikationen beteiligt. Zahlreiche Einladungen zu internationalen Konferenzen zeigen, wie gut die Einrichtung auch im internationalen Umfeld anerkannt ist. Insgesamt 38 Mal berichteten Mitarbeiter des GIZ-Nord in Kliniken sowie auf wissenschaftlichen Kongressen über Themen, wie Vergiftungen mit exotischen Gifttieren, mit Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS), mit Brand- und Rauchgasen sowie Vergiftungen im Kindesalter.

Giftinformationszentrum-Nord ist rund um die Uhr erreichbar

Wegen der Corona-Pandemie wurden viele Vorträge digital angeboten. Weitere Informationen, die aktuellen und die bisherigen Jahresberichte sowie verschiedene Warnmeldungen über ganz aktuelle Vergiftungsgefahren sind jederzeit über die Internetseite des GIZ-Nord abrufbar. (Bernd Schlegel)

Kontakt: Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord), Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen, Tel. 0551/19240 (rund um die Uhr), E-Mail: giznord@giz-nord.de

Die Nosferatu-Spinne breitet sich zunehmend in Deutschland aus, auch in Niedersachsen werden immer mehr Exemplare der giftigen Spinne gemeldet.

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