Geschlossene Gruppe

Mit Facebook gegen Giftköder: Hundehalter warnen sich gegenseitig

Facebook gegen Giftköder: Anne Kulipper aus Weende mit ihrer Labrador-Boxer-Mischlingshündin Lotte.

Göttingen. In jüngster Zeit werden Hundebesitzer immer wieder durch Meldungen über Giftköder aufgeschreckt. Deshalb gibt es die geschlossene Facebook-Gruppe „Giftködersuche Göttingen“.

In der Gruppe sind nur Hundebesitzer vertreten, die sich untereinander kennen. Es werden darin Meldungen aus anderen Facebook-Gruppen und aus Quellen gesammelt. Die Funde werden an den bundesweit operierenden Giftköder-Radar weitergemeldet.

„Damit soll ausgeschlossen werden, dass Dritte Treffpunkte nutzen, um dort gezielt Hunden zu schaden“, sagt Anne Kulipper aus Göttingen.

www.giftkoeder-radar.com

In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Hinweise auf Gift- oder Stacheldrahtköder. „Ich habe das Gefühl, dass es in unserer Region immer mehr Hundehasser gibt“, macht Kulipper deutlich. Durchschnittlich gibt es in der Region Göttingen etwa einen Verdachtsfall pro Woche.

In verschiedenen Facebook-Foren wurde in den vergangenen Tagen und Wochen über Köder diskuiert. So gab es eine Meldung, dass in Rosdorf ein Köder auf einem Friedhof gefunden wurde. Diese Meldung stellte sich aber als Luftnummer heraus.

Schlimme Erfahrungen mit einem Giftköder musste Dennis Rathmann, der sich in der Rettungshundestaffel des Arbeiter-Samariter-Bundes engagiert, machen. Zwei seiner Hunde hatten im November vergangenen Jahres Giftköder im Bereich des Tierheims gefressen. „Sie haben nur überlebt, weil ich schnell reagiert habe und ihnen der Magen vom Tierarzt ausgepumpt wurde. Sonst wären sie gestorben.“

Keine Luftnummer war nach Angaben von Kulipper ein Drahtköder im Bereich der Weststadt zwischenHagenwegbrücke und Godehardbrücke Anfang Mai. Ein Mitglied der Gruppe „Giftködersuche“ sah die Drahtschlingen, die um Knochen gewickelt waren, selbst gefunden und per Foto dokumentiert.

„Wir raten Leuten, die Gift- oder Drahtköder finden, den Fall genau zu dokumentieren und der Polizei zu melden“, sagt Kulipper. Hilfreich dabei ist insbesondere ein Smartphone, das heute fast jeder in Gebrauch hat. Sollte man etwas finden, so sollte ein scharfes Bild von dem Köder angefertigt werden, das den Gegenstand möglichst im Vollformat zeigt. Nur dann ist zu erkennen, worum es eigentlich geht. Weiterhin sollten eine Beschreibung sowie die genauen Koordinaten des Fundortes, meist über das Handy direkt abrufbar, nicht fehlen. „Je genauer die Meldungen sind, desto größer ist die Chance, dass die Polizei etwas unternimmt“, sagt Anne Kulipper.

Die Göttinger Polizei nimmt Hinweise auf gefährliche Köder ernst. Bei einem Fachkommissariat gibt es einen speziellen Beamten, der sich um Straftaten in Zusammenhang mit Tieren kümmert. Wenn es möglich ist, gehen die Beamten den Hinweise aus der Bevölkerung natürlich nach, heißt von Seiten der Polizei.

 

Gift- und Drahtköder bundesweit augelegt

Mehrere Arten von Gift- und Drahtködern werden momentan verwendet, so die Macher der Facebookgruppe „Giftködersuche Göttingen“.

Besonders gängig ist der Einsatz von Rattengift. Es wird oft in Hackfleischbällchen eingebracht. Das Gift wirkt blutverdünnend. Dadurch können die betroffenen Tiere an inneren Blutungen sterben. Oft reicht schon eine geringe Menge, damit der Hund ums Leben kommt. Problem: Das Gift wirkt erst nach mehreren Stunden. Dann hat der Körper des Tieres den tödlichen Wirkstoff bereits aufgenommen.

Außerdem werden oft Drahtschlingen, Rasierklingen und Stacheldraht in Hackfleischbällchen eingebracht beziehungsweise Knochen mit Draht umwickelt. Dadurch kann es zu schwersten inneren Verletzungen kommen. Schon zahlreiche Tiere sind bundesweit daran gestorben.

Ein Tipp für Hundehalter: Optimal ist es, wenn die Vierbeiner nur das fressen, was für sie bestimmt ist. Durch intensives Training ist das möglich. „Aus“ muss heißen, dass der Hund auf Kommando ein Stück Fleisch sofort wieder ausspuckt.

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