Giftmüll vom Chemie-Unfall auf der A7 wird abtransportiert

Dransfeld - Die mit Rattengift verseuchten Fässer und Trümmerteile des Unfalls auf der A7 bei Göttingen werden am Wochenende für ihren Abtransport vorbereitet.

Der Unfall ereignete sich am vom 19. Dezember 2014. Bisher lagern sie unter der A38 in der Nähe des Ortsteils Dramfeld und werden von dort am Montag in eine Industrie-Recycling-Anlage in Bramsche gebracht.

Rosdorfs Bürgermeister Sören Steinberg ist erleichtert, dass der Abtransport bevorsteht: „Wir sind froh, dass die Fässer uns verlassen“, sagt er. Für die Anwohner sei es, auch wegen der Grundschule, wichtig, dass die Fässer wegkommen.

Mit der Entsorgung wurde die Firma Remondis beauftragt. „Wir haben uns hier seit Anfang der Woche häuslich eingerichtet und fangen am Samstag um 8 Uhr mit den Arbeiten an“, sagt Sebastian Book von Remondis. Abtransportiert werden die Fässer mit zwei Lastwagen.

Bisher lagern die Abfälle noch in zwei Containern unter der Autobahn und werden am Samstag in einem abgeschirmten Zelt geöffnet. Dort wird der Müll in Plastikeimer gefüllt und mit Schichten aus Flies und Aktivkohle ummantelt. Für den Transport kommen die Eimer noch einmal in etwa 65 Metallcontainer.

Gearbeitet wird im Zelt unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, verdeutlicht Sebastian Book. „Auszuschließen sind Zwischenfälle zwar nie, aber wir sind darauf vorbereitet“. Die Arbeiter tragen deshalb Chemieschutzanzügen mit Atemschutz und Druckluft.

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Auch einen Sensor tragen die Männer bei sich, der die Zusammensetzung der Luft misst. Sollte sie von normalen Werten abweichen, schlägt das Gerät Alarm. „Wenn es jetzt piepst, dann wären wir im Grenzbereich und könnten ohne Atemschutz noch acht Stunden arbeiten“, sagt Book. Dieser Grenzbereich liegt bei 0,1 ppm, das bedeutet ein Molekül Gift kommt auf zehn Millionen Moleküle Luftgemisch. Doch selbst wenn die Luft im Zelt kontaminiert wäre, würde sie abgesaugt und von einer Reinigungsanlage mit 1000 Kubikmeter pro Stunde gefiltert, sodass Dämpfe das Zelt nicht verlassen könnten. Einen unangenehmen Geruch verströmen die Abfälle dennoch. Das liege daran, erklärt Book, dass die Nase empfindlicher sei, als das Messgerät. Der Geruch ist aber nicht schädlich, sondern nur ein Nebenprodukt der chemischen Reaktion.

Die Kosten der Entsorgung des Mülls seien Sache der Versicherung, sagt Book. Eine vorsichtige Schätzung gibt jedoch Martin Willing, Gemeindebrandmeister von Rosdorf ab: „Für den gesamten Vorgang mit Unfall, Personal und Verpflegung“ könne man wohl einen siebenstelligen Betrag annehmen, vermutet er. Besonders schlage dabei die Erneuerung der Fahrbahn auf der A7 zu Buche.

Von Jürgen von Polier

Archivvideo: Gefahrgut-Unfall auf der A7

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