Bei Sartorius starten elf Flüchtlinge ein Praktikum

Sartorius AG: Das Unternehmen beschäftigt ab dem 1.Oktober elf Praktikanten, die als Flüchtlinge Asylbewerber sind. Hier zeigt Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg (Zweiter von rechts) Shokoufeh Arjomandria Produkte des Unternehmens. Rechts Unternehmenssprecherin Petra Kirchhoff. Die Praktikanten könne nach kurzer Vorlaufzeit bald in das Praktikum einsteigen. Foto: Kopietz

Göttingen. Das Göttinger Großunternehmen Sartorius startet am 1. Oktober ein Projekt mit elf Flüchtlingen. Sie beginnen dann ein dreimonatiges Praktikum.

Es ist ein Pilotprojekt, das Hoffnung macht, nicht nur jenen elf jungen Menschen, die als Flüchtlinge nach Göttingen gekommen sind: Die Frauen und Männer stammen aus dem Sudan, Irak und Iran, aus Kolumbien, Syrien und Pakistan, sind zwischen 20 und 40 Jahre alt. Ab dem 1. Oktober arbeiten sie in bei Sartorius zur Probe: ob in der Produktion, der Entwicklung oder IT und Marketing – je nach Vorqualifikationen. Die wurden bei Tests vorab geprüft. Dann konnten sich die Teilnehmer bewerben.

„Wir haben Wert darauf gelegt, dass es eine von den Flüchtlingen gewollte Initiative ist“, betonte Vorstandschef Dr. Joachim Kreuzburg. Für ihn ist das mit der Stadt Göttingen, der Beschäftigungsförderung und der Agentur für Arbeit gestartete Praktikum „wirklich nur ein erster Schritt, aus dem aber mehr werden kann – für uns wie für die Praktikanten“.

Der 21-jährige Mohammad Alhussein, der sein Chemiestudium im syrischen Homs abbrechen musste, hofft jetzt in Deutschland auf eine Fortsetzung dessen „oder eine Ausbildung bei Sartorius“. „Wir warten jetzt einmal ab, wie sie sich machen“, sagt Joachim Kreuzburg.

Die Stadt jedenfalls ist froh, dass das Projekt bei Sartorius anläuft. „Es steht dafür, dass es in Göttingen und Südniedersachsen viele Betriebe gibt, die so etwas anbieten möchten“, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD). Damit es dazu kommen könne, müssten aber bürokratische Schranken abgebaut und klare Regelungen vom Bund geschaffen werden.

„Wir möchten mit diesem Praktikum auch unserer Verantwortung gerecht werden und einen Beitrag zur Hilfe und zur Integration der Flüchtlinge leisten“, sagte Joachim Kreuzburg, der sich über die intensive und gute Zusammenarbeit mit der Stadt und der Agentur für Arbeit freut.

Für die Projektbeauftragte bei Sartorius, Petra Kirchhoff, war besonders erfreulich, dass nach dem Bekanntmachen des Projektes im Unternehmen, „wirklich eine große Resonanz kam, Hilfsbereitschaft von vielen Mitarbeitern signalisiert wurde. Zu dem Praktikum bei Sartorius, wo übrigens schon jetzt Menschen aus 35 Nationen zusammenarbeiten, gehört auch eine Sprachausbildung.

Über die Asylanträge der elf Praktikanten ist übrigens noch nicht entschieden worden, wie Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck sagte. Während des Praktikums aber sei eine Abschiebung der elf Menschen höchst unwahrscheinlich.

Zurück zum Thema Hoffnung: Die hegen Joachim Kreuzburg und Rolf-Georg Köhler sowie der Chef der Göttinger Agentur für Arbeit, Klaus-Dieter Gläser, dahingehend, dass sich nun mehr Betriebe entschließen, Praktikumsprojekte zu starten.

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