Tom Gaebel war der herausragende Programmpunkt beim Open-Air-Festival

Open-Air im Kaiser-Wilhelm-Park: Glasklarer Swingsound

Top-Act beim Open-Air-Festival im Kaiser-Wilhelm-Park: Tom Gaebel & His Orchestra. Foto: Kuhl

Göttingen. Es dauerte nicht lange, da hatte sich Tom Gaebel mit seinem neunköpfigen Orchester in die Ohren und später auch in die Herzen der etwa 1500 Besucher im Kaiser-Wilhelm-Park gespielt.

Der Sänger und Bandleader war der qualitativ herausragende Programmpunkt beim diesjährigen KWP-Open-Air.

Glasklarer Swingsound plus ein ganz starker Sänger Gaebel boten das, was die laue Sommernacht unter den mächtigen Bäumen im Wald brauchte. Ja, das Programm passte in die Nacht: Gaebel, mittlerweile längst mehr als die deutsche Swing-Hoffnung, spielte eigene Werke und viele Arrangements von Welthits, aber auch unbekannteren Swing-Stücken. Den von ihm verehrten und kürzlich verstorbenen James Last huldigte er mit „How I Love You“, nicht nachgespielt, sondern ergänzt und wunderbar arrangiert. Es folgten Klassiker wie „Just A Gigolo“ und natürlich Sinatras „New York, New York“. Und als Gaebel dann noch in ein Salsa-Stück die Zeile „Den Park, den ich so mag“ einbaut, flogen dem kleinen, stimmgewaltigen Mann die letzten zurückhaltenden Herzen zu. Das Fazit zog Gaebel selbst, nach der begeistert gefeierten Zugabe: „Eine tolle Nacht, vielleicht dürfen wir mal wiederkommen!“

Wiedergekommen sind Jupiter Jones, die zum dritten Mal in kurzer Zeit in Göttingen auftraten, zuletzt beim Bundesvision Songcontest, wo sie sensationell Platz 2 belegten, wie Sänger Sven Lauer erinnerte. Im KWP bildeten sie den rasanten Schlussakkord. Weitaus härter und schneller als auf CD kam die Band rüber, die eigentlich und fälschlicherweise zu sehr am großen Hit „Still“ gemessen, bewertet wird. Jupiter Jones sind nämlich frecher, können schneller und härter, aber auch politischer als Radio-Hörer ahnen könnten.

Das bewiesen sie – verstärkt durch zwei Bläser – bis nach Mitternacht mit Stücken wie „Denn Sie wissen, was sie tun“. Schöne Textzeilen und gute Nachdenk-Momente waren also auch drin im Musikpaket. Beispiel: Der Song „Sicher nicht“ mit der Zeile „Vielleicht tu? ich das für mich.“ Einen Song, den sie Göttingen widmeten. Göttingen, das Publikum dort hatte den Jupitern 2014, als sie von Wechseln erschüttert wurden, Halt und Zuversicht gegeben. Damals stieß der ur-sympathische und aus vieler Frauensicht nicht unattraktive Sänger Sven Lauer zu den Jupitern.

Tausende Fans beim Open Air-Festival im Kaiser-Wilhelm-Park

Mit kratziger –leider manchmal etwas schwer verständlicher Stimme – riss er im Göttinger Wald am Samstag die Leute mit. Und bewegte sie: Es durfte getanzt und sogar gesprungen werden. Lauer jedenfalls sprang ständig, kletterte auf einen Bühnenträger und surfte mit seinem Board getragen auf den Händen im Publikum! Dazu erfand Lauer den Stufenjubel – rief einzelne Zuschauergruppen auf den Terrassen zum Jubeln auf. Jupiter Jones waren ein rasanter Schlusspunkt des Open-Air-Festivals. Nach Göttingen wollen sie natürlich wiederkommen.

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