Nach Bedrängungen im Rathaus: Glastüren in Göttingen schützen Mitarbeiter

Übergriff: Mitglieder eines Unterstützerkreises für Asylbewerber waren in das Neue Rathaus in Göttingen eingedrungen und hatten Mitarbeiter bedrängt. Archivfoto: Michael Mehle Göttingen

Göttingen. Ab sofort schützen Glastüren Göttinger Rathaus-Mitarbeiter im Ausländeramt sowie in der Sozialverwaltung vor Übergriffen. Das wurde im Sozialausschuss bekannt.

Anlass für den Einbau der Türen ist laut Sozialdezernentin Dr. Dagmar Schlapeit-Beck ein Vorfall vor etwa vier Wochen. Damals waren etwa 30 Mitglieder eines Unterstützerkreises für Asylbewerber in das Rathaus eingedrungen und hatten Mitarbeiter der Ausländerbehörde sowie der Sozialverwaltung massiv bedrängt, berichtete die Sozialdezernentin. Bislang war dieser Vorgang noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Bei der Attacke hatten Mitarbeiter sogar Blessuren davon getragen. Sie waren dann krank. Folge: Etwa ein bis zwei Wochen konnte kein Geld an Asylbewerber ausgezahlt werden.

Sicherheitsdienst

Die Stadt hat inzwischen Strafanzeige wegen des Vorfalls gestellt. Als Sofortmaßnahme hat die Stadt die Glastüren einbauen lassen. So soll verhindert werden, dass gleichzeitig eine ganze Gruppe in die Räume eindringt. Außerdem steht nach Angaben der Sozialdezernentin ein Sicherheitsdienst bereit, um die Mitarbeiter zu schützen.

Schlapeit-Beck wies darauf hin, dass es schwierig sei, Mitarbeiter für das Ausländeramt und das Sozialamt zu finden. Die Arbeitsplätze seien „nicht begehrt“. Deshalb müsse man für die Sicherheit der Arbeiter sorgen. Nach Angaben der Sozialdezernentin gibt es nun Überlegungen, die betroffenen Abteilungen auf anderen Fluren in freundlicheren Räumen unterzubringen. Bislang sind die Abteilungen im Erdgeschoss zu finden. Unterdessen habe man über den Arbeitskreis Asyl in Göttingen Kontakt mit den Unterstützung aufgenommen und die Gruppe zu einem Gespräch eingeladen. Dieses Angebot sei allerdings nicht angenommen worden. Stattdessen sei dieser Vorstoß im Netz verhöhnt worden, berichtete Schlapeit-Beck.

Zahlreiche Mitglieder des Ausschuss zeigten sich bestürzt über die Vorgänge. Es könne nicht sein, dass Mitarbeiter des Rathauses bedrängt werden, machte Ratsvorsitzende Renate Bank (SPD) deutlich. (bsc)

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