Kind und Karriere

Gleichstellungsbeauftrage der UMG: So kann Karriere trotz Teilzeit klappen

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UMG-Gleichstellungsbeauftragte Anja Lipschik.

Ärzte und Ärztinnen können nicht mehr in Vollzeit arbeiten, wenn ein Kind da ist. Wie es mit der Karriere trotz Teilzeit klappt, war Thema einer Diskussion der Uni-Klinik.

Ärzte und Ärztinnen wünschen und benötigen mit Gründung einer Familie eine reduzierte Arbeitszeit, gleichzeitig aber faire Karrierechancen. Aber: In öffentlichen Kliniken sind die Stellen- und Vertragsstrukturen eng – gleichzeitig ist der Personalbedarf hoch. Wie kann eine „Karriere trotz Teilzeit“ aussehen und gelingen, darum und um genannte Problemstellungen ging es in einer Diskussion in der Uni-Klinik.

Wie können Teilzeitarbeitmodelle umgesetzt und mehr Familienfreundlichkeit in medizinischen Berufen erreicht werden? Diese Frage und generell der Wunsch nach mehr Geschlechtergerechtigkeit ist Thema eines Projekts des Landes zu Karrierehemmnissen für Ärztinnen. Damit befasst sich auch die Gleichstellungsbeauftragte der UMG, Anja Lipschik. Sie weiß, dass Ärztinnen, vor allem mit Kindern, „geringere Chancen haben, eine Leitungs- und Spitzenpositionen einzunehmen“, berichtet Lipschik.

Teilzeit und Karriereausbau wird oft nicht akzeptiert

„Die Unterrepräsentanz von Frauen beginnt in der Phase der Weiterbildung und die fällt oft mit der Familiengründung zusammen.“ Bedingung, beides zu verbinden, ist eine verlässliche Arbeitszeit und auch eine Reduzierung der Stelle, was wiederum die Weiterbildungszeit verlängere. Dazu kommt: Diese Kombination von Teilzeitarbeit und Karriereausbau wird oft nicht akzeptiert.

Auch in einer großen Klinik wie der UMG engen sich die Handlungsspielräume diesbezüglich ein. Wie Prof. Dr. Michael Schön sagt, sind die Gründe dafür die „Einbettung in allgemeine ökonomische und administrative Zwänge“. Man bemühe sich aber trotzdem, vor allem darum, „akademische und medizinische Karrieren, insbesondere für Teilzeitkräfte, möglich zu machen“.

Dafür seien aber insgesamt bessere Rahmenbedingungen sowie Konzepte nötig: So richtet Schön in seiner Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie mit der Gleichstellungsbeauftragten „die teilweise Freistellung einer erfahrenen Ärztin und Wissenschaftlerin ein“. Sie soll sich in einem Pilotprojekt um die Koordination und Förderung der Gleichstellung sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie kümmern.

Innovative Arbeitszeitmodelle und gute Betreuung

Ein Problem ist auch die generelle Organisation der Weiterbildung zum Facharzt. Die sei für viele Ärzte und Ärztinnen mit Kindern nur durch innovative Arbeitszeitmodelle und eine gute Betreuung zu absolvieren. Die jungen Mediziner wünschen sich auch, dass die Arbeitsverträge nur „über die gesamte Zeit der Weiterbildung geschlossen werden sollten“ – eine darin endende Befristung werfe erhebliche Probleme auf.

Alle Regelungen – auch für Oberärzte – müssten in einem Curriculum zusammengefasst werden, sagt Anja Lipschik. Teillösungen seien keine verankerten Modelle, die benötigt würden. „Wenn wir die besten wollen, darf Familie kein Hindernis sein für eine Karriere in der Hochschulmedizin sein.“ Gerade die Teilzeitarbeitenden seien existenziell wichtig für die Krankenversorgung. 

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