Betrieb soll zum Jahreswechsel 2016/17 aufgenommen werden

Goethe-Insititut: Drei Millionen Euro für Umbau der alten Voigt-Schule

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Ehemalige Voigt-Schule: Nach dem Umbau soll in dieses Gebäude das Goethe-Institut einziehen.

Göttingen. Das Goethe-Institut Göttingen will in die frühere Voigt-Realschule in der Bürgerstraße umziehen. Für Kauf, Sanierung und Umzug sind rund drei Millionen Euro veranschlagt.

Das sagtdie Institutsleiterin Ulrike Hofmann-Steinmetz. Ziel es sei es, den Betrieb im neuen Zuhause zum Jahreswechsel 2016/17 aufzunehmen.

Der Bauausschuss des Göttingers Rats macht in seiner Sitzung den Weg für das Projekt frei, mit dem wieder Leben in die 2011 freigezogene Schule einziehen kann. Die endgültige Entscheidung über den Verkauf der städtischen Liegenschaft an das renommierte Institut trifft der Rat in seiner Sitzung am Freitag, 13. März.

Ulrike Hofmann-Steinmetz

Nach den Vorstellungen des Goethe-Instituts soll ein Anbieter von sozio-kulturellen Veranstaltungen als Mieter mit in die Schule einziehen, der auch die sehenswerte und denkmalgeschützte Aula mit ihren 200 Plätzen nutzt, so dass in Göttinger weitere Räume für Kunst und Kultur verfügbar sind. Außerdem werde es ein zum Wall geöffnetes Cafe’ geben. „Wir bekennen uns mit dem Kauf zum Standort Göttingen“, betont Ulrike Hofmann-Steinmetz.

Als das Goethe-Institut vor 40 Jahren in Göttingen eröffnet wurde, fand es im Fridtjof-Nansen-Haus an der Merkelstraße 4, in der denkmalgeschützten Villa der Familie Levin, eine Heimat. Das städtische Gebäude entspricht heute nicht mehr den Anforderungen, außerdem besteht ein Sanierungsstau.

Mit dem Kauf und der Nutzung der ehemaligen Voigt-Realschule verbindet das Institut mehrere Vorteile. Es kann nach der Instandsetzung moderne Räumlichkeiten nutzen, der Bahnhof liegt in der Nachbarschaft und die kurze Anbindung zur Innenstadt ist gewährleistet.

Bei der Sanierung wolle die Stadt helfen, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler auf Anfrage.

Die Schule soll für die Verwaltung, Kurse, Seminare und Prüfungen des Instituts genutzt werden. Gäste von Außerhalb werden in einem separaten Gebäude untergebracht. Verhandlungen werden bereits geführt (lesen Sie auch den „Hintergrund“.

Stadtbaurat Thomas Dienberg begrüßte das Vorhaben: „Das Goethe-Institut in der Innenstadt ist eine ideale Ergänzung.“ Bauausschussvorsitzender Christian Henze (SPD) sagte: „Wir haben uns schwer getan mit der Nachnutzung der Schule. Etwas Besseres kann uns gar nicht passieren.“

Felicitas Oldenburg (FDP) legte Wert darauf, dass das Gebäude, auch für weitere kulturelle Nutzungen zur Verfügung steht. Dr. Meinhart Krischke Ramaswamy (Piraten) kritisierte die mangelnde Transparenz des Verfahrens, das in nur wenigen Tagen durchgezogen worden sei.

Die Linke hatte vorab heftige Kritik am verdeckten Vorgehen der Verwaltung geübt. Jegliche Diskussion über den Verkauf sei  dabei erstickt worden. Mit dem vereinbarten Stillschweigen in der Sache sollte ein Weg vorbei an den Gremien geebnet werden, kritisierte Fraktionsvorsitzender Patrick Humke. (zhp/tko)

Hintergrund

Das Göttinger Goethe-Institut will einen Großteil seiner Gäste zukünftig im Neubau des Hotelkomplexes "Bartholomäus-Bogen" am Maschmühlenweg in der Göttinger Innenstadt unterbringen. Dort will das Institut in dem Komplex, der dort bald entstehen soll, Appartements anmieten, berichtet Instituts-Leiterin Hofmann-Steinmetz. Wie viele Wohneinheiten das sein werden, steht noch nicht fest. Bislang sind die Gäste im Goethe-Institut selbst sowie in Studentenwohnheimen im Stadtgebiet untergebracht. Das Goethe-Institut in der Universitätsstadt ist eines von 13 in Deutschland. Hauptaufgabe ist die Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache und die Vornahme von Sprach-Prüfungen. Darüber hinaus werden Seminare unter anderem für Lehrer und Dozenten aus dem Ausland über Landeskunde, Spracherwerb und Didaktik angeboten. Jährliche zählt das Institut in Südniedersachsen rund 2500 Teilnehmer an den Angeboten. Betreut werden sie von 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zählendem Kernteam, dazu kommen nach einmal rund 20 Honorarkräfte. (bsc/zhp)

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